LensEU #8: Cybercrime und Scams in Europa, ist die EU gewappnet?

Shownotes

Dieser Podcast wurde von "Die Presse" produziert. Host: Anna Wallner. Mit Beiträgen von Teresa Wirth, Die Presse und Frida Thurm, Correctiv.Europe.

Kaum ein Fall zeigt das Ausmaß dieser Industrie so deutlich wie die „Milton Group", ein Netzwerk gefälschter Investmentplattformen, das Opfer in ganz Europa um hunderte Millionen Euro brachte. Wir zeichnen nach, wie sich solche Strukturen zu einer regelrechten Industrie entwickelt haben, von Callcentern im Ausland bis zu psychologischen Skripten, die Opfer binnen Minuten manipulieren. Dann werfen wir einen Blick auf Europol, jene EU-Behörde, die genau solche grenzüberschreitenden Fälle koordinieren soll und auf eine neue Recherche darüber, wie sie im Hintergrund tatsächlich mit sensiblen Daten umgeht. Außerdem stellen wir unseren Scam-Generator vor, den Katrin Nussmayer für "Die Presse" gebaut hat.

Wir danken der Stimme im Intro: Felix Graf. Für die Recherchen der "Presse" verantwortlich waren Teresa Wirth, Christoph Zotter.

Mehr zu Thema dieser Folge und den Recherchen der "Presse" findet ihr direkt hier und in den Quellen weiter unten: >>> Der Mann, der Europas Millionenbetrüger jagt

Falsche SMS, Schockanrufe und manipulierte KI-Videos: Die Maschen der Betrüger werden raffinierter. Wie Kriminelle gezielt mit Angst, Stress und Vertrauen spielen.

Was ist lensEU? Sieben Medienpartner aus der Europäischen Union produzieren ab sofort jede Woche einen Podcast und einen Newsletter in fünf Sprachen.

Die Partnermedien sind: LensEU wird von OKO.press aus Polen koordiniert. Weitere Partner sind Die Presse aus Österreich, CORRECTIV aus Deutschland, Telegram.hr aus Kroatien und TVNET aus Lettland. Unterstützt wird das Projekt von der internationalen Nachrichtenagentur AFP aus Frankreich, ENEX aus Luxemburg und Mainspring aus Österreich.

Unterstützt wird das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Multimedia Actions. Alle Folgen abrufbar sind auch hier auf The Audio Marketplace.

Alle Quellen und Links zu dieser Folge findet ihr hier.

Das vollständige Transkript dieser Folge auf Deutsch findet ihr hier.

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo Mama, mein Handy

00:00:03: ist kaputt gegangen.

00:00:04: Das ist meine neue

00:00:05: Nummer.

00:00:06: Kannst du mir bitte auf WhatsApp auf dieser Nummer schreiben?

00:00:10: Haben Sie auch schon einmal eine solche Nachricht bekommen?

00:00:13: Vermutlich!

00:00:15: So klingt es jedenfalls wenn Betrüger einer Person mit Hilfe des sogenannten Tochter- oder Sohntricks zu Leibe rücken.

00:00:22: Banale Nachrichten werden dazu erst hin und her geschickt.

00:00:25: Und irgendwann kommt die Aufforderung einer Überweisung angeblich, weil der Sohn – die Tochter der Enkel wegen des neuen Smartphones nicht mehr auf die Online-Banking-Daten zugreifen kann – müsse nun neben der Verwandte eine wichtige Überweisungen tätigen.

00:00:39: und so nimmt die ganze Sache ihren Lauf.

00:00:43: Mittlerweile kennt wohl jeder jemanden, der fast oder am Ende wirklich Betrügern auf den Leim gegangen ist!

00:00:49: Ein Romeo aus dem Internet, der nach Wochen der Schmeicherein auf einmal Geld benötigt.

00:00:54: Die Anlageberaterin die diese neue Kryptowährung entdeckt hat mit der sich unfassbare Gewinne machen lassen.

00:01:00: Anrufer, die meist älteren Menschen vorspielen etwas ganz schlimmes sei passiert ist rohe Gefahr!

00:01:06: Alles in allem hat sich hier eine Industrie gebildet, die in manchen Staaten auch in Europa sogar unter politischem Schutz werken kann.

00:01:14: Daher kommen wir zur Frage Kann die EU Dagegenhalten?

00:01:21: Das ist Lens EU, Folge Acht.

00:01:23: Mein Name ist Anna Wallner und ich bin seit mehr als zwanzig Jahren Journalistin bei der Wiener Tageszeitung die Presse und unter anderem verantwortlich für unsere Podcasts.

00:01:33: Daher darf ich euch heute durch diese Folge führen, die im Original auf Deutsch produziert wird!

00:01:39: Wir zitieren im ersten Teil dieses Podcasts aus einem Recherchschwerpunkt, der Anfang Juli in der Presse erschienen ist.

00:01:45: Mit Texten von Christoph Zotter und der Reserviert und interaktiven Tools von Kathrin Nussmeier dazu später mehr.

00:01:53: Wir wollen euch in dieser Folge zwei Seiten dieses Problemes zeigen – die organisierte Betrugsindustrie selbst und auf der anderen Seite die Frage wie gut die EU im Kampf dagegen aufgestellt.

00:02:04: Zuerst spreche ich mit meiner Kollegin Theresa Wirt über die Recherchen rund um ein Riesenbetrugsnetzwerk, das nach vielen Jahren aufgedeckt wurde.

00:02:12: Den sogenannten Fall Milton Group.

00:02:15: und im zweiten Teil hören wir dann Frieda Thurm.

00:02:18: sie ist Senior Reporterin bei einem unserer Partnermedien nämlich bei Korrektiv Europe in Deutschland.

00:02:24: Vorweg, bevor wir loslegen mit Teil eins.

00:02:27: noch zur Einordnung.

00:02:28: Die Global Anti-Scam Alliance – das ist eine Organisation zu der Big Tech Unternehmen wie Google oder Apple aber auch Banken und Konsumentenschützer gehören – schätzt dass im vergangenen Jahr, also in den Jahren des Jahrhunderts und zwanzig auf der ganzen Welt rund vierhundert zweiundvierzig Milliarden US Dollar gescammed wurden.

00:02:46: Das sind rund dreihundertsechsund achtzig Milliarden Euro.

00:02:50: Damit kamen die Betrüger Unleistung sagen wir jetzt einmal, die mit der eines EU-Staates in der Größe von Dänemark vergleichbar ist.

00:02:59: Was das konkret für Österreich und vor allem die EU bedeutet, frage ich gleich meine Kollegin Theresa Wirt.

00:03:05: Sie ist seit einigen Jahren Redakteurin bei der Presse zuständig für Themen aus und um die Hauptstadt Wien aber auch für Eigenrecherchen.

00:03:13: Unser Gespräch haben wir ganz banal begonnen und zwar mit der Frage was wir eigentlich genau unter einem Scam verstehen?

00:03:25: Also, simple übersetzt heißt das eigentlich nur Betrug oder Abzocke oder Täuschung.

00:03:32: Es wird aber verwendet – also der Begriff wird verwendelt für eine Masche bei der ein Täter das Vertrauen von anderen Menschen ausnutzt und da geht es eben um Geld- oder persönliche Daten.

00:03:45: die wollen sie immer bekommen.

00:03:47: Und es wird vor allem im deutschen Sprachraum auch oft mit dem Internet verwenden.

00:03:55: Also alles, was sich da irgendwie an Cybercrime und im Betrugsfeld abspielt wird dann Scam genannt.

00:04:02: Aber eben auch solche falschen SMS oder falsche WhatsApp-Nachrichten oder Anrufe sind da eben auch in diesem Sammelbegriff gemeint.

00:04:11: So wie wir die, die wir zu Beginn der Folge gehört haben.

00:04:13: Wie viele Fälle zählt man denn da in Österreich und in der EU?

00:04:17: Ja, das ist zahlmäßig ein bisschen schwierig zu sagen.

00:04:19: Also ich habe mir das für Österreich angesehen vom letzten Jahr.

00:04:24: Da gab es beim reinen Internetbetrug bis über dreißig tausend Anzeigen.

00:04:29: und dann gibt's aber noch einen extra Punkt Betrugsdelikte.

00:04:34: da fällt alles mögliche auch sozialleistungsbetrugen darunter Aber eben auch solche Fishing SMS oder WhatsApp Nachrichten.

00:04:42: betrugsanrufe sind auch wieder dabei Und das waren ungefähr sechzigtausend also Schwierig zu sagen, aber so in diesem Größenbereich kann man das sagen.

00:04:53: Weil wahrscheinlich auch viele dieser Fälle ja einfach eine große Dunkelziffer beinhalten, weil viele Menschen sich dann schämen und es nicht zur Ernst

00:04:59: sein wird.

00:04:59: Genau!

00:05:00: Das wollte ich gerade sagen.

00:05:00: also diese Zahlen klingen jetzt gar nicht zu viel und das hat eben diesen Grund dass es eben viele sich dann auch gar nicht melden bei der Polizei

00:05:10: Und auf EU-Ebene?

00:05:12: Auf EU-Ebene habe ich tatsächlich keine Zahlen gefunden, wahrscheinlich aus einem ähnlichen Grund was das so ein Riesenfeld ist.

00:05:18: Aber die Global Anti-Scam Alliance hat einen Bericht rausgebracht.

00:05:23: der hat für das vergangener Jahr eine Schadensziffer quasi publiziert und da ging es um rund siebenundfünfzig Milliarden Euro die eben durch Scams entstanden sind in der EU.

00:05:37: Das ist schon sehr viel und Sie haben auch eine Umfrage gemacht wonach wirklich drei Viertel der Europäer letztes Jahr von Betrugs versuchen, quasi mit dem konfrontiert waren.

00:05:49: Sie sind natürlich nicht alle drauf reingefallen aber das ist schon ein riesen breites Feld.

00:05:53: Kann man sagen welche Länder oder Staaten davon besonders betroffen sind?

00:06:00: Alle, aber vor allem im Westeuropa.

00:06:02: Die reicheren Länder ganz klar Frankreich Deutschland Niederlande in Spanien ist auch gibt es auch sehr viel also große Schadensmengen auch Großbritannien das ist nicht bei der EU Aber die haben auch wirklich große ja immer wieder großen Beträge da auch die verloren gehen.

00:06:20: Du hast für deine Recherchen zu dem Thema, wir haben ja einen großen Schwerpunkt zu dem ganzen Thema gehabt mit Blick auf Österreich aber auch Deutschland und die EU.

00:06:28: Du hast mit deinem Mann gesprochen der in Europa Millionenbetrüger Jagd.

00:06:32: so war auch der Titel der Geschichte.

00:06:33: wer ist denn das?

00:06:35: Das ist Nino Goldbeck ein Oberstaatsanwalt in Barmberg also in Deutschland in Bayern Und er is Teil der Zeilen Drei Stelle Cybercrime Bayern Die Art des Betrugs, der Scams spezialisiert also vor allem eben auf diese großen Investmentbetrugsfälle.

00:06:55: Weil das wollte ich vorher noch sagen dass es wirklich dort wo das große Geld auch geschäffelt wird von den Betrügern da geht's wirklich um riesige Mengen.

00:07:03: Das ist auch in Österreich die Sparte wo wirklich am meisten Schaden auch entsteht.

00:07:08: Also das ist zum Beispiel, wenn bei großen Transaktionen zwischen zwei Firmen irgendwie versucht wird über eine Internetmöglichkeit das Geld abzufangen und abzuzweigen.

00:07:17: Wo dann plötzlich Millionen?

00:07:18: also da geht es ja nicht mehr um die fünftausend sechstausenden fünftaussentzehntausend dreißigtausende Euro eines privaten Menschen sondern wirklich um Millionen oder Milliarden?

00:07:27: Genau wobei es da schon auch durchaus viel auch um Geld von privaten Personen geht.

00:07:32: also da gibt's wirklich auch diesen Investmentbetrug wo private Personen quasi

00:07:39: Anlegen etwas

00:07:40: oder vertrauen?

00:07:40: Anlegen, etwas vertrauen und angelockt werden von tollen Angeboten wo sie eben jetzt Geld anlegen können.

00:07:46: Und dann aber riesige Beträge auch verlieren.

00:07:49: also in Österreich gab es da zum Beispiel einen Fall der hat jemand elf Millionen Euro durch so gefälschte Krypto Anlegebetrug eben verloren.

00:07:59: Aber jetzt fragt man sich natürlich auch gerade, wenn viele von uns kennen Fälle mit kleineren und größerem Schaden im Familien- oder Bekanntenkreis.

00:08:08: Man hat immer das Gefühl, man ist so machtlos weil das anonym in dem Internet schnell wieder erweckt.

00:08:14: Man findet die Verbrecher nicht anders als den klassischen Taschelzieher der früher eine Moster U-Bahn die Tasche gezogen hat, die man vielleicht noch irgendwie auch nicht immer aber vielleicht erwischt hat.

00:08:23: Deswegen die Frage, wie jagt man denn diese Verbrecher?

00:08:26: Das habe ich eben den Nino Goldberg auch gefragt und er hat auch gesagt ja am Anfang ist das ein riesiger undurchsichtiger Dschungel.

00:08:35: Also bei ihm laufen wirklich jeder Fall da irgendwie in Bayern passiert über seinen Schreibtisch und dass es wirklich ganz, ganz mühsame Knochenarbeit, dann mal zu den Tätern kommst.

00:08:48: Also das wird wirklich, was du machen musst oder kannst ist einfach alle diese Fälle systematisch kategorisieren und eben schauen gibt es irgendwie Überschneidungen dieselbe Konto-Nummer eine Telefonnummer die irgendwie die gleiche ist Und wenn du Glück hast gibt sich nach und nach ein schärferes Bild Ähnlichkeiten von bestimmten Betrugsfällen oder Scams.

00:09:18: Da ist es eben auch ganz wichtig, die internationale Zusammenarbeit – das hat er ja auch gesagt.

00:09:23: Sie haben sich dann wirklich wie sie draufgekommen sind.

00:09:25: okay da gibt's einen Fall der ersten so mal die halbe Welt irgendwie betroffen.

00:09:33: Auch ganz viele Fälle in Deutschland, Österreich und auch in ganz Europa.

00:09:39: Da haben sie sich zusammen geschlossen mit anderen Ländern aus Europa quasi gegenseitig abgeglichen.

00:09:45: Was wissen die, was wissen sie und sind dann halt wirklich.

00:09:49: aber nach Jahren muss man sagen also das geht jetzt nicht so von heute auf morgen dann darauf gekommen.

00:09:54: auch dass ist ein großes Netzwerk an Betrügern Da hat das Netz spinnt.

00:10:00: Was ja auch bekannt ist mittlerweile, dass in vielen dieser Scam-Fällen da wirklich hunderte Mitarbeiter kleine Fische dazu gebracht werden im Call Center zu sitzen und Menschen anzulocken.

00:10:10: Das ist dann sozusagen doch der Zugang zur physischen Welt weil die sind real, das sind wie Fabrikshallen in denen viele Menschen sitzen vor Computern und diese Dinge machen sollen.

00:10:20: Wie funktioniert denn so eine Ratze?

00:10:22: Wie kommt man drauf, wie findet man so einen Grausenter und wie hebt man das dann was ja erst vor kurzem gelungen ist.

00:10:28: Genau!

00:10:29: Ja, wie findet man das?

00:10:31: Es gibt halt verschiedene Möglichkeiten.

00:10:32: also entweder du verfolgst eben technische Spuren heißt es im Fachjargon oder sind da entweder die Stimmen von Personen also wirklich Hinweise auf bestimmte Personen die dich anrufen oder auch Namen und so weiter, wobei das meistens falsche Namen sind muss man auch dazu sagen.

00:10:48: Oder eben Appier-Adressen, Mehladressen.

00:10:51: oder du verfolgst den Weg des Geldes, Kontonummern an welche Firmen wir heißen die Firmen usw.

00:10:58: Und ja wenn du Glück hast dann findest du irgendwann mal so Scams Center oder findest heraus wo die sind?

00:11:06: Da würde ich auch noch ganz kurz sagen du hast eh schon gesagt es sind hunderte Leute.

00:11:09: also das ist wirklich teilweise sitzen da sechshundert Menschen drinnen und rufen da wirklich rund um die Uhr Menschen an.

00:11:18: versprechen ihnen das große Geld.

00:11:20: Lass uns vielleicht noch mal kurz zu Nino Goldberg zurückkommen und um einen ganz konkreten Fall, nämlich rund um das Scam-Netzwerk Milton Group was hat es denn damit auf sich?

00:11:30: Wer sind die gewesen?

00:11:32: Genau ja das war wirklich ein riesiges Netzwerk.

00:11:36: also Milton Group ist.

00:11:37: das war einer der Namen unter dem sie aufgescheint sind aber es gab noch circa hundertfünfzig andere Namen von bestimmten Investment Gruppen und Firmen, unter denen sie auch betrogen haben.

00:11:51: Die haben wirklich in ganz Europa Menschen zu Investments gebracht.

00:11:56: Was ich besonders absurde ist das eine... Gruppe, eine Plattform die zu diesem Netzwerk gehört sogar als Sponsor des spanischen Fußballferenz FC Sevilla aufgetreten ist.

00:12:06: Also das heißt den Anschein der Seriosität.

00:12:09: konnten sie dann in Einzelfällen wirklich ganz gut waren?

00:12:12: Ja ja also nicht nur in Einselfellen es sind ja wirklich Milliarden dann auch Schäden entstanden.

00:12:16: da haben wirklich ganz viele Menschen hunderte Tausende investiert Und irgendwann ist denen kein Geld mehr übrig geblieben und dann sind es draufgekommen, dass da irgendwas faul ist.

00:12:26: Aber das hat auch erstens mal Jahre gedauert bis das soweit war.

00:12:30: Aber der Fall ist ja auch deswegen so spannend weil da hat man dann noch jemanden verantwortlichen gefunden?

00:12:35: Genau!

00:12:35: Das war wirklich ein großer Fisch eigentlich was ja selten ist.

00:12:40: Dass die Drahtzieher in die Fänge kommen der Ermittler.

00:12:44: Weil diese sie oft verschleiern oder irgendwo anders sitzen.

00:12:47: aber dieser eine ein Georgier Georgisch-Israelischer Staatsbürger ist dann in Deutschland vor Gericht gestanden und ihm konnten sie beweisen, dass er eben einerseits ein Scamcenter oder Scam Center in Albanien aufgebaut hat.

00:13:02: Und andererseits auch eine Software entwickelt hat – eine Betrugsoftware so zu sagen wie du noch leichter gewisse Scams machen kann.

00:13:11: Und die hat er dann wiederum ein anderes Scam-Sendern, andere Betrüger verkauft und hat so

00:13:16: viel Geld

00:13:17: gemacht.

00:13:18: Michael B heißt der?

00:13:20: Wie ist der Prozess ausgegangen?

00:13:22: Er wurde verurteilt.

00:13:23: Er hat einen Teilgeständnis zumindest abgegeben und sitzt jetzt im Gefängnis genau.

00:13:29: Was auch spannend war, weil dem sind sie schon relativ schnell übertrieben, aber sie sind schon früher auf die Schliche gekommen haben ihn dann auch durchsucht, seine Wohnung und so weiter.

00:13:43: Bei dieser einen großen Razzia konnten ihn aber nicht aufgreifen weil das in Georgien war und er ja Georgia ist.

00:13:49: und du kannst nicht einfach als ein internationaler Mittelgruppe oder deutsche Polizisten eine Georgia festnehmen.

00:13:57: Er ist aber dann... Aus England im Grund nach Armenien gereist.

00:14:00: Und Armenien und Deutschland haben einen Auslieferungsabkommen, und so konnten sie ihm dann harthaft werden.

00:14:06: Wo errichtet denn die Verbrecher eigentlich dieses Campcenter?

00:14:09: Überall?

00:14:11: Ja vor allem... Also wenn wir jetzt von Europa sprechen ist das Osteuropa, also Albanien, Georgien, Ukraine, Osteeuropa.

00:14:20: Und ja, ich meine es gibt natürlich... das ist ein globales Problem.

00:14:24: Also gerade Südostasien ist auch ein ganz, ganz großer Markt was das angeht.

00:14:28: Das ist eine richtige Industrie auch genau.

00:14:31: Was genau passiert in diesen Scam-Centern kann man noch sagen?

00:14:36: Wir können es uns irgendwie vorstellen.

00:14:37: Das ist schon geschildert, Anrufe und viel Kontakt über diverse Kanäle digital.

00:14:43: Aber wie stellt man sich das vor?

00:14:46: Das ist relativ professionell aufgebaut.

00:14:48: also das hat mir auch der deutsche Ermittler erzählt.

00:14:51: Da gibt's erstens einmal so einen Onboarding-Prozess.

00:14:54: Also auch da sind die Niedererinnen angestellten sozusagen die Rufen eben Kunden an, also vermeintliche Kunden stellen sich vor, worum geht's?

00:15:04: Sie haben da einen Vorschlag für ein Investment.

00:15:07: Dann werden die eben die Daten aufgenommen und dann gibt es vielleicht mal eine kleine Ersteinzahlung, also geringere Betrag damit das auch nicht so eine Hochschwelle ist.

00:15:16: Und wenn das erfolgreich war, dann werden diese Kunden in die Conversion Abteilungen weiter gereicht Und das ist so quasi das Herz des Betrugsmodells.

00:15:28: Dort geht es dann wirklich um die großen Beträge auch, da sitzen dann auch diese vermeintlichen Finanzexperten, die dann quasi das Geld anlegen und vermehren sollen.

00:15:41: Die geben sich natürlich auch so aus.

00:15:44: Ich habe dem Herrn Goldberg gefragt ob sie dort arbeiten.

00:15:49: alle wissen dass die jetzt Leute betrügen dass sie was Illegales tun und er hat gemeint Das kann schon sein, dass in dieser ersten Abteilung, wenn du da Kunden anrufst, dass du nicht weißt worum es geht.

00:16:02: Aber sobald du dann wirklich weiter gehst in diese zweite ...

00:16:08: Conversion for Face oder ist das für die dritte?

00:16:11: Genau, eine Entschuldigung!

00:16:13: Konversion war die erste Retention-Abteilung und dort Da wird dann auch mit falschen Namen.

00:16:19: Natürlich musst du dich dann vorstellen und du sagst, du sitzt in Wien aber eigentlich sitzt du in Tirana, in Albanien und dort weißt dann eigentlich jeder früher oder später was er da macht.

00:16:30: Und es ist aber auch so dass die wirklich extrem gut verdienen.

00:16:35: also da kannst du mir deinem normalen Gehalt in Albania zum Beispiel nicht mithalten.

00:16:39: Also da geht's dann wirklich... Er hat gesagt ja so wirklich gute Leute die dort halt viel Geld schäfeln verdienen vierzig bis fünfzigtausend Euro im Monat.

00:16:50: Hat er auch was dazu gesagt, ob jetzt sozusagen auch in Zeiten wie diesen die KI viel nochmal diese ganzen Industrie einen Schub verdient hat?

00:16:58: Weil man zum Beispiel sich leichter tut mit Übersetzungen.

00:17:01: Dass man eben viel einfacher sagen kann.

00:17:03: wenn ich in Terraner sitze und selber zwar gerade Deutsch und Englisch kann aber bei Französisch und Spanisch wird es schon schwer dass ich das alles immer leichter sowohl mit Voice Imaging als auch mit Text machen kann.

00:17:14: Ja, auf jeden Fall.

00:17:15: Also das hat er jetzt nicht speziell gesagt.

00:17:17: aber bei meiner Recherche sonst ist es rausgekommen dass das wirklich ein neues Level ist an Betrugsmaschen.

00:17:26: da geht's immer einerseits wie du sagst um Übersetzungen und auch die im Nachrichten werden viel besser.

00:17:32: also du hast jetzt keine Mails mehr wo da tausend Fehler drin sind sondern halt wirklich perfekt formulierte Sachen.

00:17:38: aber eben auch diese Fake Plattformen, wo du dann hinkommst.

00:17:43: Die sind halt dann auch perfekt gemacht bis hin zu... Das hört man eher immer wieder in den Medien das eben Fake-Videos erstellt werden, KI-Vidios von Prominenten die dann zur bestimmten Werbung machen für bestimmte Anlage.

00:18:00: Bei

00:18:00: Armin Wolf zum Beispiel oder Typ

00:18:01: Einkommen

00:18:02: gab es da auch einen Fall.

00:18:03: Genau und Influencer sind da auch sehr beliebt dass die dann Opfer werden.

00:18:06: Dafür braucht man genau.

00:18:08: Sag uns noch deine Meinung, ist die EU da gewappnet genug für dieses Problem?

00:18:13: Also es passiert definitiv sehr viel.

00:18:16: Das sind auch wirklich gut dabei mit der internationalen Zusammenarbeit, mit Europol – also das funktioniert relativ gut.

00:18:23: Dieser eine Fall den ich mitverfolgt habe, da waren wirklich zehn Länder beteiligt, die dann quasi in anderen fünf Ländern die Ratien gleichzeitig, muss man auch dazu sagen gemacht haben Was durchaus immer wieder eine Herausforderung ist, das müssen ja auch die Behörden mitspielen.

00:18:41: Also es gibt schon in manchen Ländern Probleme damit dass dann gewisse Verbrecher halt auch durch Korruption Verbindungen haben zu Entscheidungsträgern und dann vielleicht geschützt werden.

00:18:56: Die deutschen Ermittler haben wir aber schon gesagt also im meisten Fällen funktioniert's doch irgendwie vielleicht nicht perfekt so wie sie es geplant hätten aber schon.

00:19:03: Aber was man auch sagen muss Die Behörden hinken hinterher, also ganz eindeutig.

00:19:09: Also diesen Fall den ich jetzt mir angeschaut habe da waren die ersten Betrugsfälle warnt es im Jahr twohundsechzehn zu Ratziakamst zwei zwanzig Zweiundzwanzig.

00:19:21: Die ersten großen Verurteilungen waren in diesem Jahr noch einmal zehn Jahre später quasi und da beginnt's erst.

00:19:31: Das geht jetzt noch weiter.

00:19:32: Es ist einfach ein immerhin hinterher Hinken Und das hat mir auch Herr Goldberg gesagt, du kannst dir sicher sein.

00:19:40: Du deckst ein Scam Center auf und das nächste Plop sofort wieder war anders auf.

00:19:46: Also dieses

00:19:47: Video habt ihr damit.

00:19:48: du so kackst einen Kopf ab und

00:19:51: schon sind sie neu.

00:19:51: Genau weil es eben auch so ein richtig lukratives Geschäft ist.

00:19:58: Besonders optimistisch klingt das wirklich nicht.

00:20:01: Ein Scam Center fliegt auf und gleich mehrere neue entstehen anderswo, weil das Geschäft einfach zu lukrativ ist.

00:20:09: Umso mehr kommt es darauf an dass jene Stellen gut funktionieren die genau solche grenzüberschreitenden Fälle koordinieren sollen.

00:20:18: in der EU ist das vor allem eine Behörde Europol.

00:20:22: Unsere Kollegin Friederturm von Korrektiv Europe hat gemeinsam mit Partnermedien aus Großbritannien und Griechenland monatelang recherchiert, wie Europool im Hintergrund tatsächlich mit sensiblen Daten umgeht.

00:20:36: Ihre Recherche wirft ein neues Licht auf die Frage ob die EU für den Kampf gegen solche Netzwerke wirklich gerüstet ist.

00:20:44: Über die Recherches hören wir nun Friederturm selbst an wenig mehr erzählen!

00:20:50: Ich bin Frieda Thurm, Senior Reporterin bei Korrektiv Europe in Deutschland.

00:20:55: Wir konnten in einer Recherche zeigen dass die europäische Polizeibehörde Europol eine Schatten-IT aufgebaut hat.

00:21:02: Das haben wir von korrektive gemeinsam mit Computer Weekly aus Großbritannien und Solomon aus Griechenland recherchiert Also Schatten IT.

00:21:10: so nennen das die ehemaligen Europol Mitarbeiter Die uns von diesem System berichtet

00:21:14: haben

00:21:15: und zwar deshalb, weil es hier um eine IT-Umgebung geht die parallel zu den offiziellen Systemen lief.

00:21:21: Und in der wurden personenbezogene Daten ausgewertet – und zwar ohne dass da Regeln zum Datenschutz oder zur IT-Sicherheit beachtet wurden!

00:21:29: Man muss wissen, Europol ist keine Polizei, die von selbst losgehen und ermitteln kann, sie sitzt in Den Haag in den Niederlanden und unterstützt von daraus die Polizeibehörden der EU Mitgliedstaaten Und zwar dann, wenn es um schwere grenzüberschreitende Kriminalität geht.

00:21:44: Also Terrorismus zum Beispiel oder organisierte Kriminalitäten.

00:21:49: Bei Europol fließen also ganz viele Informationen zusammen die zb aus Deutschland das Bundeskriminalamt schickt oder aus anderen Mitgliedstaaten.

00:21:57: die dortigen Polizeibehörden Die Länder schicken aber nicht nur sie bekommen auch ausgewertete Erkenntnisse zurück.

00:22:03: Europol ist also so eine Art Informationsdrehscheibe Und das, was die Ermittlungsbehörden aus den Mitgliedstaaten schicken können ziemlich sensible personenbezogene Daten sein.

00:22:14: Ausweise, Fotos, Telefonverbindungsdaten.

00:22:18: Das sind Daten, die Europol erst mal haben darf mit denen es aber sehr vorsichtig umgehen muss zum Beispiel Daten von völlig unbeteiligten Menschen schnell wieder löschen.

00:22:26: und genau dass es nicht passiert zeigt unsere Recherche.

00:22:29: und noch mehr Weil die Mitgliedsdaten immer größere Datenmengen geschickt haben, etwa nach den Terroranschlägen in Paris, war es damals eine Ausnahmegenehmigung.

00:22:39: Dass diese Daten erst mal in einer Umgebung bearbeitet und analysiert werden durften, die eigentlich nur zum groben Vorsortieren gedacht waren.

00:22:46: Das war das Computer Forensic Network – das CFN.

00:22:49: Man wollte schnell auswerten und Erkenntnisse liefern um die Taten aufzuklären und von möglich weitere Anschläge zu verhindern.

00:22:56: Verständlich!

00:22:58: Unsere Recherche zeigt jetzt aber Es ist nicht bei dieser Ausnahme geblieben, sondern nach und nach hat sich das CFN zur Plattform der Wahl entwickelt wo die eigentliche Analysearbeit gemacht wurde.

00:23:09: Das auswerten, die Verbindungen zwischen Menschen und Orten ziehen ohne dass Europol vorher sortiert hat.

00:23:15: welche Daten dürfen wir behalten welche nicht?

00:23:19: Wir

00:23:19: haben einen internen Bericht vorliegen in dem das dokumentiert ist.

00:23:28: Wir erinnern uns ein System, das eigentlich nur als Durchgangsstation gedacht war.

00:23:35: Einer der früheren Europolmitarbeiter mit denen wir gesprochen haben hat gesagt so ein paralleles System ohne Sicherheitsverkehrung dass es eben billiger und schneller man ist dann aber auch den Menschen vor dem Bildschirm ausgeliefert soll heißen wer auf sensible Daten zugreifen konnte und wie sie genutzt wurden lag offenbar weitgehend im Ermessen einzelner Mitarbeiter.

00:23:55: Und das ist auch deshalb ein Problem, weil in diesen Bergen von Daten eben ganz viele Menschen stecken, die überhaupt nichts mit Straftaten zu tun haben.

00:24:03: Das könnten zum Beispiel Telefonverbindungsdaten von Leuten sein, die ihr zufällig in der Nähe waren als ein Anschlag passiert ist und die dann in so einer Auswertung landen könnten, die Europool zurück an die Mitgliedsstaat schickt – und das kann natürlich Konsequenzen für so ziemlich alle Lebensbereiche haben, davor warnt auch der europäische Datenschutzbeauftragte!

00:24:21: Mit uns haben nicht nur die Whistleblower, die ehemaligen Europol-Mitarbeiter gesprochen.

00:24:25: Wir haben auch Berichte vorliegen von einer Europol internen Taskforce, die nie veröffentlicht wurden und die wir per Informationsfreiheitsanfrage bekommen haben.

00:24:33: Die zeigen was dafür Zustände in der Schatten IT geherrscht haben.

00:24:37: Da geht es um ziemlich schwerwiegende Sicherheitslücken!

00:24:39: Es wurde nicht ordentlich gelockt, was Nutzer im System gemacht haben – und auch nichts, was Admins gemacht.

00:24:45: Das heißt also, es war nicht klar wer auf die Daten zugegriffen hat und auch nicht ob jemand sie geändert oder gelöscht hat.

00:24:50: Man kann sich also vielleicht vorstellen warum einer der Whistleblower uns dieses System als schwarzes Loch beschrieben hat.

00:24:58: Diese interne Taskforce kam dann zum Schluss das Europol eigentlich um die Probleme zu lösen dass das System aufgeben müsste und komplett neu aufsetzen sollte.

00:25:07: Das ist aber nicht passiert.

00:25:08: Es gab Bemühungen das einzuhägen, einiges hat sich auch verbessert, sagte europäische Datenschutzbeauftragte, aber noch heute sind fünfzehn von hundertfünfzig Problemen die ihr in dem Zusammenhang benannt habt offen.

00:25:19: Das is' aber nicht alles!

00:25:21: Wir haben nämlich deutliche Hinweise darauf gefunden – auch schriftliche – dass das CFN nicht das einzige unregulierte System war.

00:25:28: Deswegen trifft der Begriff einer ganzen Schatten IT den die Insider verwenden aus meiner Sicht auch so

00:25:33: zu.".

00:25:34: Dass es grundsätzlich ein Datenschutzproblem bei Europol gibt, das weiß das Europäische Parlament seit Jahrzehnte.

00:25:40: Damals hat der europäische Datenschützbeauftragte nämlich Europol abgemahnt dafür dass es große unkategorisierte Datensätze gespeichert hat.

00:25:48: aber dem Parlament ist damals sobald wir wissen überhaupt nicht bekannt geworden dass im CFN neunundneinzig Prozent von Europols Daten lagen und die Öffentlichkeit schon mal gar nicht Und auch nicht was für massive Sicherheitsprobleme es gab.

00:26:02: Was jetzt an unsere Recherche selbst für den europäischen Datenschutzbeauftragten neu war, ist dass es offenbar auch nach diesem Teilgeständnis von Europol weiterging.

00:26:12: Also man muss sich vorstellen während ein Teil der parallelen Systeme untersucht wird streiten sich Mitarbeiter von Europols IT-Abteilung und einer operativen Einheit per E-Mail um einen Tool namens Pressure Cooker Und aus diesen Mails geht ziemlich klar hervor das das kein offizielles Tool ist.

00:26:30: Europol stellt sich übrigens auf den Standpunkt, es hätte immer transparent über Systeme informiert und Pressure-Cooker sei auch nur der Beinahme eines offiziellen Systems.

00:26:39: Aber das deckt sich eben überhaupt nicht mit den Berichten der Insider und auch nicht mit dem E-Mails die uns vorliegen.

00:26:45: Insidersagen uns, dass der Pressure Cooker ist auch ein System der Schatten IT, mit dem sensible Daten ausgewertet wurden.

00:26:52: «Zwanzig-zweiundzwanzig warnt zum Beispiel jemand aus Europas IT-Abteilung per E-Mail, dass der europäische Datenschutzbeauftragte wohl bald von der – Zitat – irregulären Situation mit dem Pressurecooker erfahren könnte und das seine Abteilungen davor schon lange gewarnt habe.

00:27:09: Es wird also völlig klar hier wurde ein System über Jahre vor den europäischen Datenschutztbeauftragten geheimgehalten.

00:27:17: Dieser europäischer Datenschütze beauftragten hat dann auch mit Interesse auf unsere Recherche reagiert.».

00:27:22: Zwei Tage nach der Veröffentlichung im Mai war die Schatten-IT Thema im Innenausschuss des Europaparlaments.

00:27:29: Der europäische Datenschutzbeauftragte war da und hat bestätigt, dass die Vorwürfe über das hinausgehen, was ihm bisher bekannt war – und dass er dem nachgehen will.

00:27:37: Saskia Prigman sitzt für die Grünen im Innenauschuss und hat gesagt … Die Erkenntnisse sind schockierend, nach so vielen Jahren der Aufsicht und angeblicher Bemühungen, Datenschutze und Grundrechte zu

00:27:48: respektieren.".

00:27:50: Und auch Birgit Sippel, die für die SPD im Innenausschuss sitzt hat gesagt, die Schatten-IT unter Grabe das Vertrauen in die Beweissicherheit und die Rechtsstaatlichkeit europäischer Strafverfolgung.

00:28:00: Und außerdem – Zitat – bevor wir überhaupt in die Diskussion einsteigen ob Europulsmandat ausgeweitet werden soll brauchen wir echte parlamentarische Kontrolle und vollständige Aufklärungen über das was bis heute im Verborgenen geblieben ist.

00:28:15: Die relevante Frage ist jetzt, ob die Schaten IT heute noch eingesetzt wird?

00:28:19: Es gibt gewichtige Hinweise darauf.

00:28:21: Einer der früheren Europol-Mitarbeiter hat uns gesagt, ein angeblich neues Tool das Europol gerade dem europäischen Datenschutzbeauftragten vorgestellt hat – das ist übrigens überhaupt kein neues Tool!

00:28:33: Sondern es ist der Versuch den Pressurecooker nachträglich zu legalisieren.

00:28:37: Wenn das so wäre dann hieße er bis heute im Einsatz.

00:28:42: Aber selbst wenn es tatsächlich nur ein geplantes Tool wäre, hätte es laut Datenschutzbeauftragten ein enormes Risiko zu einer kompletten Parallelstruktur zu werden.

00:28:51: Das hatte er in seiner Bewertung geschrieben.

00:28:54: also

00:28:54: man kann sagen das Problem ist heute alles andere als gelöst und dass in einem Moment wo die Kommission tatsächlich plant das Budget und das Personal von Europool zu verdoppeln.

00:29:05: Inzwischen hat ein Team von Menschenrechtsanwalten Beschwerde beim Datenschutzbeauftragten eingelegt und zwar im Namen von drei Leuten, die davon ausgehen, dass sie in dieser Schatten-IT gelandet sind.

00:29:15: Und zwar, so sagt es das Anwaltsteam der NGO Frontlegs, Zitat mit der Folge, dass Sie kriminalisiert und eingeschüchtert wurden.

00:29:24: Die Anwälte wollen erzwingen, dass Europol seine Schatten IT sofort stilllegen muss.

00:29:29: Der europäische Datenschutzbeauftragte hat jetzt drei Monate Zeit, auf die Beschwerde der Betroffenen zu reagieren.

00:29:33: Wenn ihr in diesem Zeitraum kein Verarbeitungsverbot für die parallelen IT-Strukturen ausspricht werden die Anwälte vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

00:29:42: haben sie angekündigt?

00:29:44: Das haben Sie schon einmal erfolgreich gegen Frontex getan.

00:29:48: Er soweit die Recherche von den Kolleginnen und Kollegen von Korrektiv Europe zur Schatten-IT von Europol.

00:29:55: Sie zeigt selbst, dass die Behörde, die den Kampf gegen Grenz überschreiten der Kriminalität wie Scams koordinieren soll hat mit ihren eigenen blinden Flecken zu kämpfen.

00:30:05: Die vollständigen Artikel von korrektive auf Deutsch und Englisch findet ihr in den Shownotes dieser Folge!

00:30:15: Zum Schluss will ich jetzt noch einmal zur Frage zurückkehren.

00:30:18: Wie gelingt es Betrügern, eben zum Beispiel Eltern oder Großeltern innerhalb weniger Minuten dazu zu bringen tausende Euro auf ein fremdes Konto zu überweisen?

00:30:28: Wie schaffen sie es, dass auch vorsichtige und zugartige Teil versierte Menschen Warnsignale übersiehen und vorschnell in die Falle tappen?

00:30:37: Wir haben dazu eine interaktive Simulation gebaut, in der man ausnahmsweise in die Rolle des Täters schlüpft.

00:30:44: Leider ist das Spiel bis dato nur auf Deutsch abrufbar, aber für alle deutschsprachigen Hörerinnen und Hörern ist es ein durchaus spannendes Tool dass sich auszuprobieren lohnt.

00:30:54: Ihr könnt dabei aus verschiedenen Nachrichten auswählen und erleben wie der typische Hallo Mama WhatsApp Trick mit dem wir die Folge auch begonnen haben Schritt-für-Schritt aufgebaut wird und welche psychologischen Mechanismen dahinter stecken.

00:31:08: Die zur Auswahl stehenden Nachrichten der Betrüger sowie auch die Antworten der Opfer basieren auf realen Chatverläufen, die im Internet geteilt werden.

00:31:16: So wie von uns von der Betrugsabteilung des österreichischen Bundeskriminalamts zur Verfügung gestellt wurden.

00:31:23: Die Namen wurden dabei natürlich nur zufällig gewählt.

00:31:26: Zwischendurch werden ihnen Erklärungen eingeblendet, die verdeutlichen welche Manipulationstechnik gerade eingesetzt wurde und warum sie auch so oft funktioniert.

00:31:36: Ihr simulierter Betrugsversuch kann dann verschiedene Verläufe nehmen und nicht jede Entscheidung führt zum Erfolg.

00:31:42: Den Link zu diesem Scam-Simulator, den meine Kollegin Katrin Nussmeyer gebaut hat, stelle ich euch auch in die Shownot dieser Folge!

00:31:54: Das war Folge Acht von Lenz EU und meine erste, also die erste auch aus der Feder- und Produktion von Die Presse aus Wieden.

00:32:02: Wir danken Lilith Grohl und Frieda Thurm vor Korrektiv Europe.

00:32:06: Lilit Grohl ist da zu etwas wie mein Pendant und Frieder Thurm haben sie in dieser Folge ja ausführlich hören können.

00:32:12: Ein großer Dank geht auch an Christoph Zotter, Katrin Nussmayr unter Reserviert aus meiner Redaktion in der Presse.

00:32:19: Mehr zum Thema lest ihr diesen Freitag auch in unserem Newsletter.

00:32:22: Den betreut bei uns hier in Wien, bei der Presse Tina Stani und auch dafür sagen wir Danke!

00:32:27: Wenn euch gefällt was ihr da gehört habt sagt es gerne anderen weiter und wenn ihr euch für unsere Themen interessiert dann vergesst nicht regelmäßig in den Lenz EU Kanal zu schauen egal in welcher Sprache ihr die Podcasts und Newsletter am liebsten konsumieren wollt.

00:32:42: Kommende Woche kommt dann Folge neun, die wird produziert von den Kolleginnen vom polnischen Okopress.

00:32:47: Die Woche darauf kommt Folge zehn von TVnet aus Lettland und dann gehen wir an eine kurze Sommerpause und liefern euch ab September wieder neue Folgen und Newsletter!

00:32:57: Mein Name ist Anna Wallner, danke dass ihr heute dabei wart.

00:32:59: Mehr Podcasts zur Presse findet ihr übrigens auch im Presseplayer in unserer App.

00:33:04: Macht's gut und bis zur nächsten Folge.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.