LensEU #6: Pestizie, Quecksilber, Blei: Wie sauber sind Europas Gewässer?

Shownotes

EU-weit gibt es mindestens 7866 offiziell als sauber eingestufte Badestellen in Gewässern, die nachweislich chemisch belastet sind. Was bedeutet das für die Menschen und für die Natur?

In dieser Folge gehen wir der Frage nach, welche Auswirkungen chemische Schadstoffe im Wasser haben, wer die Wasserqualität überwacht, woher die Verschmutzung stammt und was passiert, wenn die Wasserqualität die vorgeschriebenen Standards nicht mehr erfüllt. Um diese Fragen zu beantworten haben wir mit Experten und Lokaljournalisten gesprochen - vor allem in Deutschland und Lettland.

Redaktionelle Mitarbeit: Marius Münstermann, Frida Thurm, Rose Mintzer-Sweeney. Die vollständige Recherche von Correctiv.Europe finden Sie hier auf Englisch und hier auf Deutsch.

Was ist lensEU? Sieben Medienpartner aus der Europäischen Union produzieren ab sofort jede Woche einen Podcast und einen Newsletter in fünf Sprachen.

Die Partnermedien sind: LensEU wird von OKO.press aus Polen koordiniert. Weitere Partner sind Die Presse aus Österreich, CORRECTIV aus Deutschland, Telegram.hr aus Kroatien und TVNET aus Lettland. Unterstützt wird das Projekt von der internationalen Nachrichtenagentur AFP aus Frankreich, ENEX aus Luxemburg und Mainspring aus Österreich.

Unterstützt wird das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Multimedia Actions. Alle Folgen abrufbar sind auch hier auf The Audio Marketplace.

Das vollständige Transkript dieser Folge auf Englisch und Deutsch plus alle Quellen findet ihr hier.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn es über dreißig Grad sind, ist der erste Schritt ins Seewasser eine Erleichterung.

00:00:06: Das Kühlenass ist eine Erholung für Seele und Körper.

00:00:10: Die Luft flimmert – die Sonne bringt die Wasseroberfläche zum Glitzern.

00:00:14: nur das Lachen spielender Kinder-und das Platschen durch Menschen, die ins Wasser springen, durchbrechen die Ruhe.

00:00:20: Statt ins Freibad zu gehen kann man an vielen Orten guten Gewissens in den Natur baden.

00:00:25: In der Regel steht im Ufer näher von offiziellen Badestellen ein Schild die je Badewasser-Qualität ausweist.

00:00:32: Und wenn man Glück hat, sind da drei Sterne – besser geht es kaum!

00:00:37: Zumindest auf den ersten Blick.

00:00:39: Denn wer im Moment länger auf den Hinweis schaut kann hin und wieder zwischen Informationen zum Badevorhalten vielleicht auch noch etwas anderes entdecken.

00:00:48: Die Tastung Zustand des Wassers.

00:00:49: Und vielleicht ein Wort das gar nicht mehr nach Sommeraukulung klingt?

00:00:53: PFAS sogenannte Ewigkeitschemikalien.

00:00:57: Das sind Stoffe, die sich nicht natürlich abbauen sondern in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern.

00:01:04: Und von denen einige nachweislich als Krebserregend gelten.

00:01:08: Wie passt das zusammen?

00:01:10: Ausgezeichnete Badewasserqualität und gleichzeitig Hinweise auf problematische Chemikalien?

00:01:17: Die Sauber sind unsere Padegewässer wirklich!

00:01:19: Genau den Fragen gehen wir in dieser Folge nach.

00:01:40: als Europas Gemeinschaft bewegt.

00:01:44: Ich bin Lilith Kull, euer Host.

00:01:46: Ich ben internationale Reporterin bei Korrektiv und Teil vom Korreaktiv Europe.

00:01:52: Gemeinsam mit lokalen und freien Medienschaffenden aus ganz Europa recherchieren wir zu Themen die nationale Grenzen überschreiten – und uns alle betreffen!

00:02:03: In unserer neustem Datenanalyse haben wir uns mit der Qualität von Badegewässern in Europa auseinandergesetzt.

00:02:11: Das Ergebnis Tausende Badesstellen in der Europäischen Union erhalten das Gütesigöl für ausgezeichnete Wasserqualität.

00:02:20: Und dass, obwohl die jeweiligen Gewässer mit chemischen Schadstoffen belastet sind – was bedeutet das für die Gesundheit von Mensch und Natur wenn chemische Schadstoffe im Wasser sind?

00:02:32: Wer kontrolliert es eigentlich und woher stammt die Verschmutzung?

00:02:37: Was wird unternommen, wenn die Wasserqualität nicht so ist wie sie sein sollte?

00:02:42: Darüber haben wir mit Fachleuten und lokalen Medienschaffenden aus verschiedenen Ländern Europas gesprochen.

00:02:49: Und, wir haben ein Badesee für unsere Recherche etwas näher untersucht.

00:03:03: Es ist ja nichts Neues – aber man kann es eigentlich auch nicht genug sagen!

00:03:08: Es ist diesen Sommer ganz schön heiß in Europa….

00:03:12: Fachleute vom Patsom-Institut für Klimafolgenforschung haben eine Studie veröffentlicht die zeigt Hitzewellen nehmen auf unserem Kontinent deutlich stärker zu als in anderen Regionen der Nordhalbkugel.

00:03:25: Genau gesagt sind Hitzebellen hier etwa drei bis viermal häufiger geworden, als in den übrigen mittleren nördlichen Breiten – etwa in den USA oder Kanada.

00:03:37: Da wird eine Abgüllung am See immer wichtiger!

00:03:40: Das geht aber nur wenn das Wasser unbedenklich ist ….

00:03:43: Aber….

00:03:45: Hey, es gibt ein offizielles Ranking der Badewasser-Qualität in Europa.

00:03:50: Eben diese Kontrolle soll eigentlich sicherstellen, dass Badende sich leicht informieren können und guten Gewissens ins Wasser gehen.

00:03:58: Das europäische Ranking umfasst immerhin rund Zweiundzwanzigtausend offiziell ausgewiesene Badesstellen – aber schon hier liegt das erste Manko!

00:04:10: Erfast werden nämlich nur die Orte, die bei Behörden als Badesstelle gemeldet sind.

00:04:15: Andere lokal bekannte Badestellen tauchen in dieser Liste gar nicht auf.

00:04:20: Etwa beliebte Steinbrüche, Sehnen oder Flussufer ohne offizielle Ausweisung.

00:04:26: Trotzdem – man muss sagen es wird gepulst!

00:04:30: Die zuständigen Behörden der Region checken bei den gemeldeten Badestellern regelmäßig die Wasserqualität.

00:04:36: Denn das ist ihre Pflicht.

00:04:38: Da schreibt die Europäische Badergewässerrichtlinie vor.

00:04:41: Die Rückmeldungen gehen auch an die Europäischen Umweltagentur.

00:04:45: die speist dann das internationale Ranking.

00:04:47: Doch in diesem Messung liegt das zweite Manko.

00:04:51: Die Badegewässerrichtlinie schreibt vor, dass Badesstellen auf zwei mikrobakterielle Parameter – zwei Artenfekalbakterien – untersucht werden müssen.

00:05:01: Klingt komplex?

00:05:02: Ist es aber nicht!

00:05:05: Mikrobiologische Parameter sind Messgrößen mit denen geprüft wird ob Wasser durch Mikroorganismen belastet ist.

00:05:13: Hier geht es um Bakterien, die in der Umwelt aber auch beispielsweise im Darm vorkommen.

00:05:20: Wenn man die nachweisen kann, gilt das als Hinweis, dass das Wasser mit möglichen Verunreinigungsquellen in Kontakt gekommen ist – beispielsweise des Regens oder die Kanalisation Hundekot- oder Gülle von Äckern, in denen sie gespült hat.

00:05:35: Ihr Nachweis ist also ein Wahnsignal dafür, dass möglicherweise auch andere potentiell krankmachende Keime im Wasser vorkommt!

00:05:43: Solche mikrobakteriellen Parameter werden also genutzt, um die hygienische Qualität von Trinkgrösser, von Badesen oder anderen Gewässern zu bewerten und mögliche gesundheitsrisigen Frühzeit zu erkennen.

00:05:56: Wir messen werden müssen nur zwei – nämlich die E-Koli und die intestinalen Enterokocken.

00:06:03: Die Messungen sagen also vor allem etwas über Keime aus zum Beispiel bei Bakterien, die auf eine Verunreinigung des Wassers hindeuten können.

00:06:12: Schemische Schadstoffe wie Pfeffers oder Schwermetalle etwa kweckselber spielen dabei keine Rolle.

00:06:18: Anders gesagt, die Bewertung schaut darauf, ob Baden im Moment ein akutes Gesundheitsrisiko birgt – sie sagt aber kaum etwas darüber aus, wie stark ein Gewässer langfristig mit Schadstoffen belastet ist.

00:06:32: Deshalb kann eine in Badesee offiziell eine ausgezeichnete Wasserqualität haben und trotzdem wird Chemikalien belastets sein, die in dieser Bewertungen gar nicht erfasst werden!

00:06:43: Und hier liegen gleich mehrere Risiken, denn diese Stoffe verschwinden nicht einfach so.

00:06:50: Sie können langfristig und schwere Folgen haben für Flüsse und Seen, für Tiere um Pflanzen und letztlich auch für uns Menschen – besonders dann wenn wir sie aufnehmen etwa beim Baden und versehentlich Wasser verschlucken oder eine offene Schnittwunder haben.

00:07:09: Deshalb hat uns die erste Qualitätskontrolle und somit auch das Ranking vom Badewasser Und wir haben für unsere Recherche das Ranking der Badestellen mit einem zweiten Datensatz kombiniert, dem internationalen Monitoring der Wasserrahmenrichtlinie.

00:07:30: Was also umfasst dieses EU-Welt?

00:07:32: den Monitoring dieser Wasserrahmrichtlinien?

00:07:36: Das Monitoring umfasst Daten zum chemischen Zustand von Oberflächengewässern – also auch der Gewässer mit offiziellen Badestellen aus dem Ranking, von dem ich eben gesprochen habe!

00:07:48: Im Unterschied zu diesem Ranking geht es bei der Wasserrahmenrichtlinie aber noch um deutlich umfassendere Untersuchungen.

00:07:55: Die zuständigen Behörden sind verpflichtet, die Gewässer regelmäßig auf eine breite Palette chemischer Schadstoffe zu überprüfen.

00:08:02: Ziel ist es nicht nur die sichtbare Wasserqualität zu bewerten sondern auch langfristig Belastung im Ökosystem zu erfassen.

00:08:10: Wie ihr bei Coctif Europe wollten wissen wie gut ist die Qualität von unseren Badegewässern wirklich?

00:08:16: Dafür haben wir dann die offizielle Wasserqualität der Zweiundzwanzigtausend ausgewiesenen Badesstellen, aus dem Ranking mit denen aus dem Monitoring kombiniert.

00:08:27: Für die Antwort mussten wir erst ein Problem lösen – denn die zwei Datensätze enthalten keinen gemeinsamen eindeutigen Kennung.

00:08:34: Deshalb haben wir die Badesstellen über geografische Informationen miteinander verknüpft.

00:08:39: Unsere Datenjournalistinnen hat dafür offizielle Koordinaten verwendet.

00:08:44: So konnte sie jede Badestelle räumlich den jeweils passenden Fluss, Seeeküsten oder Übergangsgewässer aus den Datensätzen zuordnen und eine gemeinsame Grundlage für den Vergleich schaffen.

00:08:57: Und so konnten wir erstmals einen ziemlich genaues Bild zeichnen welche Messwerte zur Wasserqualität bei den offiziellen Badeorten in der Natur vorliegen – also wo beispielsweise auch gesundheitsschädliche Chemikalien vorhanden sind!

00:09:11: Das Ergebnis unserer großen Analyse ist erschreckend.

00:09:15: In der Europäischen Union gelten mindestens seven-tausend achthundert sechzechszig Badestellen nach den Vorgaben der Badegewässerrichtlinie offiziell als sauber und das, obwohl sie an Gewässern liegen, die nachweislich mit chemischen Schadstoffen belastet sind.

00:09:35: Die meisten solche Badesstellen gibt es in Italien, Deutschland, Dänemark, Ungarn und Frankreich.

00:09:43: Für uns Badende bedeutet das, wir gehen mit gutem Gewissen ins kühle Wasser – obwohl wir uns möglicherweise einem Gesundheitsrisiko aussetzen!

00:09:52: Es geht um Schadstoffe wie PFAS, Schwermetalle- und Pestizidrückstände.

00:09:57: Alle Sand können schwere gesundheitliche Schäden verursachen.

00:10:02: Je nachdem, um welchen Stoff es gilt und wie viel davon wir über längeren Zeitraum aufnehmen kann das Folgen für unsere Gesundheit haben….

00:10:09: Manche Schadstoffe stehen zum Beispiel im Verdacht, das Immunsystem zu schwächen oder das Risiko für Krebs zu erhöhen.

00:10:16: Andere können die Leber- oder die Niere belasten oder die Entwicklung von Kindern beeinflussen und Kinder können besonders getroffen sein.

00:10:25: Der Körper befindet sich nämlich noch in der Entwicklung und reagiert daher oft empfindlicher auf Schadstoffer.

00:10:32: aber genau hier bei den Schadstopfen liegt auch eine große Einschränkung der Daten.

00:10:37: So weil in einigen Orten gefährliche Stoffe vorhanden sind, heißt das nicht automatisch dass es badengefährlich ist oder dass das ganze Ökosystem kollabiert.

00:10:48: Wie sagt man so schön?

00:10:49: Die Dosis macht das Gift!

00:10:52: Eine Belastung bedeutet nicht zwangsläufig ein Gesundheitsrisiko für Badegäste nur ein potenzieller erhöhtes Risiko.

00:10:59: Wie groß die Belastungen ist zeigen die Daten mit denen wir gearbeitet haben nicht.

00:11:04: Deshalb zeigt auch unsere Recherche und auch Delta zu gehörige Atlas mit den Badesäen und Flüssen, nur welche Schadstoffe die Behörden gefunden haben.

00:11:13: Nicht aber wie viel davon im Wasser war!

00:11:16: Die Konzentration wird in unserem Atlas also nicht dargestellt – denn diese Daten liegen bei den lokalen Behörde und leider nicht auf unserem Tisch.

00:11:26: Den interaktiven Atlas und unsere Rechersche verlinken wir euch in den Show Notes.

00:11:30: Da steht dann auch noch etwas mehr zu der Methodik der Daten und ihr könnt schauen, wie es beispielsweise die Sehen in eurer Nähe steht.

00:11:44: Diese Einschränkung bei den Daten empfanden wir als etwas ja unbefriedigend – denn auch wir wollten wissen, wie's aktuell ganz genau aussieht!

00:11:54: Allerdings können wir nicht in allen Zweiundzwanzigtausend ausgewiesenen Badestellen Europa Proben entnehmen und eine umfassende Analyse durchführen….

00:12:04: Das wäre sicher total spannend, aber die Ressourcen haben wir einfach nicht.

00:12:09: Also haben wir uns eine Badestelle rausgesucht von der wir wussten dass sie in der Nähe einer alten Müllke belegt und haben kurze Hand selber eine Probe genommen.

00:12:20: was dabei herausgekommen ist.

00:12:22: dazu später mehr.

00:12:24: erst mal soll es noch darum gehen wie zu einer Verschmutzung kommt.

00:12:30: Während unserer Recherche haben wir mit mehreren Experten aus der Wissenschaft zu Wasserqualität gesprochen, um dieses Thema besser zu verstehen.

00:12:38: Ich bin Markus Grosse-Ophoff und arbeite in der Expertenkommission Spurenstoffe des Bundesumweltministeriums.

00:12:46: Ich komme gleichzeitig an der Hochschule Osnabrück und beschäftige mich seit über dreißig Jahren mit Chemikalien in der Umwelt.

00:12:54: Wir

00:12:54: haben ihn gefragt wann Badewasser bedenklich wird Und warum wir uns da Gedanken machen sollten?

00:13:01: Also wenn man im Wasser schwimmt, Badewasser oder badet oder keine Kinder am Strand spielen dann nehmen wir natürlich immer auch kleinere Mengen an Wasser auf.

00:13:11: Das lässt sich gar nicht verhindern.

00:13:13: Es ist zwar kein Trinkwasser aber wir nehmen trotzdem ein bisschen auf.

00:13:17: Die Keime sind die erste Gefahr.

00:13:19: Dadurch kann ich Durchfall kriegen Ich kann eine Infektion kriegen und ich kann dadurch Krankheiten kriegen.

00:13:26: Es ist aber natürlich auch so, dass Chemikalien eine Rolle spielen können.

00:13:33: Das ist in fast allen Gewässern nicht der Fall.

00:13:36: Aber wenn ich bestimmte Vorbelastungen in der Region habe dann kann das passieren.

00:13:42: Das kann zum Beispiel sein, dass man Schwermetalle abkriegt die im Gewässer landen.

00:13:49: dass man ja Pflanzschutzmittel abkriegt, die im Gewässer gerade an der Stelle in einer hohen Konzentration sind und vielleicht die Nerven schädigen.

00:14:00: Und das kann auch sein, dass wir diese Ewigkeitschemikalien PFAS chemisch genannt haben, die vielleicht durch einen altnastischen Standort dort in der Nähe im Wasser sind.

00:14:14: Markus Grusso-Ophoff erklärt, dass die größten Gesundheitsrisiken beim Baden durch Keime entstehen.

00:14:20: Weil beim Schwimmen oder Spielen im Wasser immer geringe Mengen aufgenommen werden.

00:14:25: Auch schon diese geringen Mengen an Wasser können Infektionen, Durchfallankrankungen und andere Krankheiten verursachen.

00:14:33: Markus Grußso-ophoff sagt auch, das in bestimmten vorbelasteten Gewässern ebenso chemische Schadstoffe ein Risiko darstellen.

00:14:41: Dazu zählen beispielsweise Schwermetalle, Pflanzenschutzmittel oder die sogenannten Ewigkeitschemikalien, die PFAS.

00:14:49: Diese Stoffe können etwa durch Altlaststandorte ins Wasser gelangen und je nach Konzentrationen die Gesundheit beeinträchtigen.

00:14:56: Als besonders belastet gelten übrigens Orte wo entweder gefährliche Chemikalien hergestellt oder verwendet wurden wie beispielsweise PFAS-Fabriken, Militärstützpunkte Flughäfen Feuerwehrwachen oder eben Möldeponinen, auf denen entsprechende Materialien gelagert werden.

00:15:23: Und wie ist das beim Füllsteig?

00:15:26: Der Füllesteig im Sächsischen Schneeberg gilt offiziell als Badesee mit ausgezeichneter Wasserqualität.

00:15:33: Wer dort schwimmt bekommt also ein gutes Gefühl vermittelt – doch wer vor Ort genauer hinschaut, der sieht ein etwas komplexes Bild und genau das zeigt auch unsere Recherche!

00:15:46: Wir, bei Corrective Europe sind auf den Filzteich gekommen, wer ein Kollege von uns zur illegalen Müllablagerung recherchiert hat.

00:15:54: Und der Filzteil ist ganz in der Nähe einer!

00:15:58: In dieser Altlast wurden vor vielen Jahren Abfälle aus der Papierindustrie entsorgt – sogenannte Papierschlämme und das direkt neben einem Bach, der in den Filzteich fließt – angrenzend an das Strandbad.

00:16:10: Als das öffentlich bekannt wurde, wurden offizielle Proben entnommen….

00:16:15: Die Ergebnisse der Proben sind nicht vollständig öffentlich einsetbar.

00:16:19: Wir wissen das auch nur so genau, weil wir das Amt angefragt haben!

00:16:24: Das Labor hat unter anderem immer wieder erhöhte Werte von PFAS nachgewiesen – also die sogenannten Ewigkeitschemikalien, die sich kaum abbauen und sich langfristig in eine Natur und im Körper anreichern.

00:16:37: Der Betreiber des Strandbars, die Stadtwerke, haben auch Proben direkt an der Badestelle nehmen lassen.

00:16:43: Die Ergebnisse dieser Proben will man uns aber nicht mitteilen.

00:16:47: Um uns ein aktuelles und genaues Bild zu verschaffen, haben wir im Juni selbst eine Probe genommen und das Wasser aus dem Strandbad in einem Labor untersuchen lassen.

00:16:58: Wir bei Coctif Europe haben unter anderem die Gruppe PFAS IV untersuchenlassen – diese vier Chemikalien sind besonders verbreitet und gelten obendrein als besonders gesundheitsschädlich!

00:17:12: Betrachtet man die Summe der sogenannten Gruppe PFAS IV, legt das Ergebnis unserer Probe zwar knapp unterhalb eines Werts den das Deutsche Umweltbundesamt vor einigen Jahren empfahl.

00:17:25: Betrachtet man den Wert allerdings im internationalen Vergleich?

00:17:28: Sieht das anders aus!

00:17:30: Beispielsweise gibt es in Dänemark strengere Vorgaben für PFAS in Badegewässern als in Deutschland.

00:17:36: Den dänischen Richtwert überschreitet unsere Probe aus dem Füllsteig fast um das Zehnfache.

00:17:42: Der Verfillsteil zeigt damit ein grundsätzliches Problem.

00:17:46: Die Qualität kann offiziell als sehr gut gelten, obwohl das Wasser durch Altlasten und Industriechemikalien bereits messbar beeinflusst ist.

00:17:55: Genau das zeigt, wo die politisch angeordneten Maßnahmen versagen.

00:18:06: Ganz viele dieser Schadstoffe kann man eigentlich gar nicht aus Badelgewässern entfernen oder nur extrem aufwendig, wenn man einmal so eine Grundbelastung hat dann muss man das Wasser sehr aufwendig reinigen.

00:18:20: Dann müsste man es zum Beispiel durch Aktivkohle leiten, das ist eine sehr poröse Kohle und da werden viele dieser Schadstoffe aufgenommen leider auch nicht alle und werden dann an dieser Aktivkole adsorbiert.

00:18:33: und wenn ich das Wasser dann vielfach dadurch geleitet habe, dann wird es sauberer Hauptsächlich dann machen, wenn ich eine akute Belastung habe.

00:18:42: Also wenn zum Beispiel gerade ein Tankwagen mit Chemikalien in das Gewässer ist, kann ich das damit reinigen Wenn ich wirklich einen Altenast in der Nähe habe.

00:18:51: also ich hab einen alten Fabrikstandort wo Schadstoffe reingegangen sind.

00:18:57: oder bei dem PFAS ist es häufig durch Löschräume.

00:18:59: als ich wurde dort gelöscht mit solchen belasteten Löschäumen Dann Über lange Zeit im Wasser und dann kann ich eigentlich für das Baden nur sagen, hier sollte nicht gebadet werden.

00:19:12: Der Experte Markus Grosse-Ophoff sagt also dass man Stoffe wie PFAS wenn sie einmal vorhanden sind kaum wieder losbekommt.

00:19:21: heißt es also dass wir in Zukunft auf Angeln baden und so weiter verzichten müssen?

00:19:27: denn europaweit gibt es keine einheitlichen Richtwerte für PFAS Werte in Badegewässern.

00:19:33: Es ist also gar nicht so einfach, überhaupt herauszufinden ob das Wasser in unserem Lieblingssee eventuell gesundheitsschädlich ist.

00:19:40: Besser gibt es solche Richtlinien nur in einigen wenigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union – zum Beispiel in Dänemark oder den Niederlanden.

00:19:50: In den Niederalanden wohnen bereits im Jahr- und Jahrzehnte-Wert für PFAS in Badegewässern festgelegt.

00:19:56: Die Begründung?

00:19:58: Neure wissenschaftliche Erkenntnisse zeigten, dass die Stoffe bereits bei einer geringen Belastung gesundheitsschädlich sein können.

00:20:06: Wenn ihr tiefer einsteigen wollt findet ihr dazu in unserem Artikel eine ausführlichere Einordnung.

00:20:12: Den Link findet ihr in den Show-Nurz.

00:20:23: Da stellt sich die Frage wie die Bevölkerung informiert wird.

00:20:28: Eigentlich ist das in der Europäischen Union klar geregelt.

00:20:31: Jeder offiziell aus gewissener Badesstätte soll gut sichtbar mit einem Schild ausgestattet sein, das die Badewasserqualität eindeutig anzeigt und zumindest auf weiterführende Informationen verweist – wie beispielsweise die Belastung mit Schwermeteilen oder Chemikalien.

00:20:48: Die Idee dahinter ist, dass einheitliche Symbole um klare Hinweise direkt vor Ort den Badegästen auf einen Blick zeigen, wie es um die Wasserqualität steht.

00:20:59: So können Sie schnell einschätzen, ob sie dort baden möchten und welchen möglichen Risiko Sie sich selbst aussetzen wollen.

00:21:06: Im Füllsteil hängt ein Aushang im Eingang im Kassenhäuschen – im Kleingedruckten wird auch auf Pefas hingewiesen.

00:21:14: Wir haben mit einigen Badegästen gesprochen aber der Großteil hat diese Info nicht gesehen.

00:21:20: Und einem weiteren Hinweis haben wir bei der Vorort-Recherche nicht entdeckt.

00:21:25: Wir Journalisten suchen ja immer nach Verantwortlichen und nach Lösungsansätzen, wenn wir recherchieren.

00:21:31: Wenn wir jetzt beim Filzteich bleiben kann man wohl sagen – da gibt es einmal die Gäste, die den Diener Vier-Zettel hätten lesen können um sich selbst zu informieren.

00:21:42: Ja!

00:21:43: Dann gibt es den städtischen Betreiber der Badestelle und dem Landkreis, der die Eignung der badestelle kontrollieren sollte Weiter dann das Bundesland Sachsen und das Land Deutschland.

00:21:57: Vieles, was auf diesen Ebenen passiert ist abhängig davon welche Gelder und welche Regulierungen auf der europäischen Ebene veranlasst werden – geschweige den von dem politischen Agenda der Machthabenden Parteien.

00:22:12: Auf der Ebene der Europäischen Union spielen vor allem die Badegewässerrichtlinie Und genau da zeigt sich ein Strukturett das Problem.

00:22:24: Nämlich wie schon vorher erwähnt, die offizielle Bewertung der Badegewässerqualität in Europa stützt sich nur auf zwei mikrobiologische Indikatoren – also Fekalbakterien ,die vor allem akute Infektionsrisiken anzeigen.

00:22:42: Wie schon erwähnd chemische Schadstoffe wie Pestizide, Schwermetalle oder PFAS werden in dieser Bewertungen nicht berücksichtigt und das, obwohl sie im Rahmen des EU-weiten Gewässermonitorings durchaus lokal getestet werden.

00:22:58: Dabei ist seit Langem bekannt, dass die meisten Gewässer in der Europäischen Union mit einer Vielzahl chemischer Schadstoffe belastet sind.

00:23:06: Das gilt auch für Sien, für Flüsse, für Strände an Küsten, an denen es tausende Badesstellen gibt – die offiziell als sauber gelten!

00:23:20: Hinzu kommt wie schon vorher erwähnt dass es auf der Ebene der Europäischen Union keine festgelegten PFAS-Werte für Badegewässer gibt.

00:23:30: Das kann unter Umständen für uns Menschen langfristig wohl problematisch werden, aber es tut sich etwas!

00:23:37: Im Mai des Jahrtausends hat die EU Änderungen im Wasserrecht beschlossen – künftig müssen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Umweltagentur deutlich mehr und genauere Daten aus ihren Gewässermonitoringprogrammen melden.

00:23:53: Sobald diese neuen Vorgaben auf nationaler Ebene umgesetzt sind, stehen voraussichtlich umfassendere – so auch besser vergleichbare – Daten zur Verfügung.

00:24:05: Das könnte erstmals ein genaueres Bild davon liefern wie stark Europas Flüsse sehen im Küstengewässer insgesamt tatsächlich mit chemischen Schadstoffen belastet sind!

00:24:17: Wann das passiert, liegt in der Hand der einzelnen Länder.

00:24:21: Und beim Thema Schadstoffe tut sich gerade auch auf Ebene der Europäischen Union einiges.

00:24:27: Da laufen derzeit mehrere Gesetzesreformen gleichzeitig die Schadstoffe berühren – da den Überblick zu behalten ist gar nicht so einfach!

00:24:37: Eine wichtige Rolle spielen sogenannte Omnibusverfahren.

00:24:40: Die bündeln Änderungen an mehreren Gesetzen in einem einzigen Gesetzespaket wie Blumen im Strauß.

00:24:48: So soll unter anderem Bürokratie abgebaut werden.

00:24:51: Hier ein Beispiel zu PFAS.

00:24:54: Im Omnibus V-Paket wird über neue Regeln zur Lebensmittelsicherheit und Futtermittelsicherkeit verhandelt, hier stehen unter andermem die Zulassungsverfahren für Pestizide im Fokus – Die Europäische Kommission spricht von einfacheren und schnelleren Verfahren aber Kritiker befürchten dagegen Nachteile.

00:25:17: PFAS werden so zwar ebenfalls auf EU-Ebene diskutiert, gelten aber nicht wirklich als richtiger Teil der Omnibuspakete.

00:25:26: Für sie ist im Großen und Ganzen ein eigenes Gesetzgebungsverfahren in europäischen Chemikalienrecht zuständig.

00:25:33: Trotzdem ist klar – Sie spielen für den Umgang mit den Stoffen eine Rolle!

00:25:38: Nämlich ob PFAS haltige Pestizide in die Umwelt gespritzt werden oder Diese Stoffe in bestimmten Herstellungsprozessen eingesetzt werden dürfen, zum Beispiel zur Beschichtung von Pfannen oder als Bestandteil von Produkten wie Skivax.

00:25:53: Und somit auch dafür, wie viel von ihnen am Ende in der Natur landet und möglicherweise so in Badegewässern auftaucht!

00:26:10: Auch wir haben ja an unserer Laborprobe von dem Wasser des Strandbars am Filzteich erhöhte PFAS-Werte festgestellt – doch der Filzteig ist kein einziger Fall.

00:26:20: Das zeigt nicht nur unsere große Datenanalyse für diese Recherche.

00:26:25: Ein Blick auf die Daten des Monitorings zeigt, der chemische Zustand der Gewässer ist vielerorts deutlich schlechter als die Bewertung im Ranking der Badegewässer vermuten lassen.

00:26:37: In Deutschland erfüllt kein einziges der regelmäßig überwachten Oberflächengewässer die chemischen Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

00:26:46: Hauptverantwortlich sind langlebige Schadstoffe wie Quecksilber und bestimmte Flammschutzmittel, wie sie für Polzermöbel verwendet werden.

00:26:55: Diese Schadstoffen reichern die Umwelt dann über Jahrzehnte oder sogar länger an.

00:27:01: Deshalb wächst auch auf EO-Ebene der Druck, die Regeln für Badegewässer zu bearbeiten.

00:27:15: Umfassende und regelmäßige Messungen und strikter Regulierungen sind nicht nur für Badedewässer relevant.

00:27:22: Ich habe mit Kolleginnen aus Deutschland und Lettland gesprochen, die sich in ihrer Arbeit schon länger mit der Qualität von Grund- und Trinkwasser sowie von Mehrwasser auseinandersetzen.

00:27:49: also Industriechemikalien, die nicht abbaubar sind und der Frage ob alte Deponien Wasser- und Böden belasten können.

00:27:58: Sophia Schwan hat mir berichtet dass sie damals direkt zwei Texte mit Fokus auf PFAS geschrieben hat.

00:28:04: Dabei ist sie zunächst der Frage nachgegangen ob es in Bernau eine Gefahr für das Grundwasser und die umliegenden Gewässer und so ein Risiko für Verschmutzung gibt.

00:28:15: Sophia Schwan hat sich in ihrer Recherche mit drei immerigen Müllhalten auseinandergesetzt.

00:28:21: Diese drei Brachen könnten eine Quelle für PFAS-Belastung sein, über Regenwasser könnten diese Industriechemikalien in Böden und in das Grundwasser gelangt sein – könnten!

00:28:34: Denn ob es bereits geschieht ist unklar.

00:28:37: Gezielte Untersuchungen auf PFAS an den Deponinen gibt es bislang kaum.

00:28:42: Das überrascht Sophia Schuan sehr….

00:28:44: Denn die Hinweise darauf, dass dort PFAS vorkommen könnte sind aus ihrer Sicht deutlich.

00:28:50: Sachleute mit denen die Lokaljournalistin gesprochen hat warnen, dass der Klimawandel durch häufigere Starkregeneignisse die Ausbreitung der Schadstoffe zusätzlich beschleunigen könnte.

00:29:02: Das zeigt – Die aufwendige und millionschwere Sanierung der Altlasten ist überfällig!

00:29:09: Der lokale Fall in Bernau ist deshalb so greifbar, weil es immer noch Müllberge mitten in einer rasant wachsenden Stadt gibt.

00:29:17: In Bernau gibt es insgesamt drei Altlasten die besonders im Fokus stehen.

00:29:21: Die sind das ehemalige GEAB-Gelände, das Prestolager und eine frühere Deponie an der Schmetzdorferstraße – alle drei liegen relativ zentral.

00:29:32: Dort lagern und lagern immer noch über Jahre insgesamt mehr als vierhunderttausend Tonnen medizinische Abfälle, Plastik, Elektroschott, Bauschutt und auch andere Rückstände.

00:29:47: Und für die Menschen vor Ort ist es schwierig, dass die Behörden zwar Entwarnung nach den geltenden Maßstäben geben aber gleichzeitig bleibt nach wie vor offen welche Stoffe aus diesen Altlasten über Regenwasser in Böden, Gräben oder Grundwasser wandern könnte.

00:30:03: Gerade bei PFAS ist das ein Problem, weil diese Stoffe ja kaum abgebaut werden können.

00:30:08: Was einmal in der Umwelt ist bleibt dort auch sehr lange.

00:30:11: Kompliziert ist dementsprechend die Zuständigkeit.

00:30:16: Bei einer Fläche ist die Stadt gefragt, bei einer anderen der Landkreis, bei wieder anderem Verfahren des Landesumweltand und dazu kommen enorm hohe Kosten.

00:30:26: Die Räumung und Sanierung dieser Altlasten wurden auf insgesamt sixty-fünf Millionen Euro geschätzt.

00:30:33: Das würde auch bei einer, vor allem einer Deponie wo die Stadt angeblich für zuständig sein würde.

00:30:39: Hürde das bald über eine Dekade dauern

00:30:43: ist,

00:30:43: die Fläche saniert ist und wer diese Summe am Ende bezahlen soll ist nicht wirklich geklärt denn Kommunen und Landkreus können diese Kosten nicht alleine tragen.

00:30:54: Die Firmen existieren schon lange nicht mehr und für Bürgerinnen und Bürger ist es deshalb oft sehr schwer nachvollziehbar wer jetzt eigentlich handeln muss und vor allem auch wann.

00:31:05: Die politischen Reaktionen gehen immerhin inzwischen stärker an Richtung Vorsorge, gefordert werden mehr Transparenz, gezieltere Messerungen und ein PFAS-Kataster also eine Übersicht möglicher Risikostandorte.

00:31:21: Besonders wichtig wäre aus meiner Sicht dass man nicht nur prüft was gesetzlich vorgeschrieben ist sondern auch dorthin schaut wo es plausible Risiken gibt etwa vor allem Starkregen an alten Deponien oder in der Nähe früherer Brandereignisse.

00:31:36: Denn die eigentliche Frage ist ja, es nicht nur ist unser Trinkwasser heute sicher sondern wie verhindern wir das aus alten Altlasten ein neues Wasserproblem wird?

00:31:47: Und der Klimawandel trägt dazu bei dass

00:31:49: der Starkregen

00:31:51: immer mehr auswäscht und die Böden dadurch auch immer weiter belastet werden.

00:31:57: Sophia Schwan erzählt, dass die Räumung sehr aufwendig und teuer wären.

00:32:05: Beispielsweise am GEA-Begeländer lagern noch immer rund vierhunderttausend Tonnen Abfall, darunter Plastik-, Lektroschrott- und auch medizinische Rückstände.

00:32:18: Zuständig für die Fläche ist der Landkreis.

00:32:21: Schon in Jahrzehnten wurde diese Sanierung auf rund dreißig Millionen Euro geschätzt.

00:32:27: Ein konkreter Zeitplan für die vollständige Räumung existiert bis heute jedoch nicht.

00:32:33: Hinzu kommt ein weiterer Befund.

00:32:36: Nach einem Brand wurden dort bereits Spuren von Pefas im Boden nachgewiesen, also jene langlebige Chemikalier die sich kaum abbauen und zunehmend in den Fokus der Umweltüberwachung rücken.

00:32:50: Trotzdem gelte – wer vor Ort badet oder den Wasserhahn auftritt muss sich laut Behörden keine Sorgen machen!

00:32:57: Fachleute mit denen die Lokaljournalistin gesprochen hat fordern deshalb mehr Transparenz und häufigere Messungen.

00:33:06: Aber warum ist das eigentlich wichtig?

00:33:08: Soros Trinkwasser bedeutet nicht automatisch, dass die Umwelt generell umbelastet ist – Das Wasser stammt meist aus tiefen Grundwasserschichten, während Sehen- und Flüsse Schadstoffe über Jahre hinweg trotzdem ansammeln können.

00:33:24: Mit dem Bevölkerungswachstum und den Folgen des Klimawandels könnte der Druck auf die Wasserversorgung weiter steigen!

00:33:32: Die zentrale Frage lautet deshalb nicht nur, ob unser Trinkwasser heute sicher ist sondern auch wie wir verhindern dass Ewigkeit Chemikalien künftig zu einem größeren Problem werden.

00:33:49: Ich bin schon gespannt darauf was der Folgebeitrag von Sophia Schwann zu unserer Datenanalyser gibt.

00:33:56: Sie hat nämlich gerade eine Anfrage an das Landesamt für Umwelt zur Bade und Angelsehen im Landkreis Barnum in Deutschland Brandenburg gestellt.

00:34:06: Sie will wissen, ob es zusätzliche Messungen gab.

00:34:08: Ob da beispielsweise PFAS und oder quickeselber gefunden wurden – und falls ja was der Ursprung für die Schadstoffe sein könnte?

00:34:17: Die Antwort wird wohl mindestens vier Wochen dauern!

00:34:20: Es lohnt sich also von Zeit zu Zeit mal zu schauen, was sie publiziert.

00:34:24: Wir werden auf jeden Fall ihre Berichterstattung aufmerksam verfolgen.

00:34:37: Ja, bei Coretive Euro betrachten Themen immer europaweit.

00:34:42: Im nächsten Teil blicken wir ja auf die Ostsee, genau gesagt nach Lettland.

00:34:47: Um diese Situation dort besser zu verstehen haben wir auch mit einer Kollegin vor Ort gesprochen.

00:34:57: In

00:35:10: Nederland zeigen sich die Folgen von Wasserverschmutzung auch im Meer.

00:35:14: Das hat die Kollegen recherchiert.

00:35:17: Außerdem gingen sie der Frage nach, welche Rolle Bakterien und chemische Schadstoffe spielen?

00:35:22: Und warum der Klimawandel das Problem weiter verschärft?

00:35:50: In

00:35:54: Deutschland sind die Auswirkungen der Wasserverschmutzung also auch deutlich an den Küsten merkbar.

00:36:01: Die Kollegin hat in ihrer Recherche herausgefunden, dass sogenannte Todeszonen aufweisen, also Folgen menschlichen Handelts.

00:36:12: Und die sieht man halt nicht nur in der Küste sondern im ganzen Meer.

00:36:20: In der

00:36:59: Folge treten Großfläche Dauergen auf.

00:37:02: Sie erschweren nicht nur uns Menschen das Schwimmen, sondern stören auch das Ökosystem des Meeres und zwar gravierend.

00:37:09: Latvia's response is part of a broader regional effort.

00:37:13: together with the other Baltic Sea countries it is implementing measures under the Baltic sea action plan to reduce nutrient pollution entering the sea.

00:37:22: however

00:37:23: progress remains challenging because agriculture is economically important and reducing fertilizer, runoff requires significant investment in long term changes in farming practices.

00:37:35: Another challenge that protecting the Baltic Sea requires cooperation from all coastal countries while European Union member states are implementing stricter environmental standards.

00:38:10: Die Recherche zeigt, dass Stoffe aus der Landwirtschaft und Abwasser das Wachstum giftiger Blaualgen begünstigen.

00:38:17: Besonders in heißen Sommern kann es dazu führen, dass ganze Strände gesperrt werden müssen.

00:38:24: Gleichzeitig macht sie deutlich, dass der Umgang mit der Verschmutzung im Ostseeraum für Lettland zusätzlich dadurch erschwert wird, dass mehrere Länder an die Ostsee angrenzen und somit gemeinsam Verantwortung tragen.

00:38:38: Deshalb wurde der Baltic Action Plan ins Leben gerufen.

00:38:41: Zwar beteiligen sich die EU-Mitgliedstaaten daran, jedoch ist die Beteiligung Russlands bislang unzureichend.

00:38:48: Klar wird hier das auch wir uns Gedanken darüber machen sollten welche neuen internationalen Maßstäbe wir für die qualitativen Messung unserer Gewässer brauchen.

00:39:00: Das sieht auch der Wissenschaftler Markus Große Obhoff übrigens so.

00:39:05: Es wäre aber auch wahnsinnig teuer, wenn wir jetzt all diese unterschiedlichen Chemikalien grundsätzlich immer untersuchen würden.

00:39:13: Da gibt es wirklich Tausende von Chemikalieren die man sich anschauen könnte.

00:39:18: Da wäre eher der Vorschlag, sich an Daten zu halten, die wir ohnehin schon haben aus anderen Sachen, aus Daten, aus der Wasserrahmenrichtlinie von den Wasserwerken und Flusskontrollen Danach hin untersuchen gibt es in einem Gebiet eine höhere Belastung mit Chemikalien und dann an den Standorten gezielt Messungen machen.

00:39:39: Und das wird leider bisher noch nicht gemacht.

00:39:42: Ich glaube aber, dass wir ganz viele dieser Daten aus den öffentlich zugänglichen Datenbanken zu den Umweltbelastungen ableiten könnten und es gar nicht mehr so ein riesig schwieriger Schritt wäre, zu den Daten zu

00:39:56: kommen.".

00:39:57: Was ist wichtig, damit wir Vorsorge haben?

00:39:59: Es ist aber sicherlich auf Dauer auch hilfreich wenn es so eine Richtlinie gibt.

00:40:04: Alleine schon aus der Problematik dass man jetzt ja nicht eins zu eins die Grenzwerte die es für Trinkwasser gibt auf Badegewässer übertragen kann.

00:40:14: Trinkwasser trinke ich jeden Tag aus dem Wasserhahn.

00:40:18: Ich nehm's zum Kochen beim Badewasser nehme ich deutlich kleinere Mengen auf und deshalb muss man da sicherlich nicht ganz so enge Grenzwerte ansetzen wie beim Trinkwasser.

00:40:30: Aber es gibt leider auch einzelne Gewässer, wo das um Zehnerpotenzen überschritten ist und wo's dann wirklich problematisch stirbt.

00:40:40: Und um dafür klare Richtlinien zu haben wäre es natürlich gut wenn man dafür ein Verfahren entwickelt und das auch enorm oder in rechtlichen Regelungen feststellt.

00:40:51: Der Experte Markus Grosse-Opphoff sagt dass eine vollständige Bewachung aller möglichen Chemikalien in Gewässern kaum zu leisten wäre, weil es schlicht Tausende potentielle Stoffe gibt und die Untersuchungen sehr teuer wären.

00:41:06: Er fordert zur Vorsage für Mensch und Natur statt dessen auf bereits vorhandener Daten zurückzugreifen – etwa auf Daten aus der Wasserrahmenrichtlinie von Wasserwerken oder Ausflusskontrollen um dann in Regionen mit auffälligen Belastungen gezielt zu messen.

00:41:23: Markus Grosso-Apov sagt aber auch, dass das keine klaren Regeln ersetze.

00:41:27: Denn die Grenzwerte aus dem Trinkwasser ließen sich nicht einfach auf Badegewässer übertragen – da unser Körper beispielsweise Seewasser deutlich weniger aufnimmt als Trinkwasser!

00:41:38: Er betont jedoch noch, dass es einzelne Gewässer mit extrem wohnenden Belastungen gibt, teilweise mit einer Zehnerpotenz und dass das gesundheitlich problematisch sein kann….

00:41:51: Deshalb wäre es sinnvoll, einheitliche Standards im Verfahren festzulegen.

00:41:55: Idealerweise auch rechtlich verankert um besser vorzusorgen und schützen zu können.

00:42:06: Zusammenfassend kann man also sagen Wenn man genauer hinschaut steht das um die Badewasserqualität in Europa nicht ganz so gut wie die Sterne auf den offiziellen Schildern vermuten lassen Denn sie sagen nur etwas über die Belastung mit Bakterien aus.

00:42:22: Über chemische Schadstoffe erfahren Badegäste oft wenig.

00:42:25: Entweder wird gar nicht danach gesucht oder die Ergebnisse sind für die Öffentlichkeit nur schwer, oder gar nicht zugänglich.

00:42:33: So wie am Füllsteig!

00:42:36: Was muss also passieren?

00:42:38: Zum einen braucht es bessere Kontrollen.

00:42:41: Es muss regelmäßiger und umfassender untersucht werden welche Schadstoffe tatsächlich in unseren Badegewässern sind.

00:42:48: zum anderen müssen Altlastmeseitigt werden Denn solange alte Deponinen oder andere belastete Standorte weiter Schadstoffe freisetzen, gelangen sie in Böden ins Grundwasser und in Seen- und Flüsse.

00:43:01: Und es braucht strengere Regeln für Problemstoffe wie PFAS – aber genau darüber wird in diesem Jahr auf der Ebene der Europäischen Union erneut verhandelt!

00:43:10: Die Kommission selbst hat übrigens auch an einer Evaluation festgestellt, dass ihre aktuellen Regeln Es war vor bakterien Risiken schützen, aber mögliche chemische Belastung nicht ausreichend umfassen.

00:43:26: Deshalb prüfen sie derzeit ob die Vorschriften erweitert werden sollen.

00:43:30: Die Chance für bessere Regeln ist also theoretisch da!

00:43:34: Doch manche Organisationen und Vereine gehen von einer weiteren Schwächung statt eine Verschärfung der Kontrollen aus – zum Beispiel während der Verein Lobby Control gemeinsam mit mehr als hundertfünfzig weiteren Organisationen davor dass wichtige Umwelt- und Gesundheitsstandards in Europa derzeit abgeschwächt werden könnten, unter anderem auf Druck rechtspopulistischer Kräfte und Teile der Industrie.

00:43:58: Die Verantwortung liegt am Ende aber nicht nur im Brüssel oder Straßburg – auch Länder und Kommunen können handeln!

00:44:05: Sie entscheiden mit darüber wie strengen Regeln umgesetzt werden und ob belastete Standorte saniert werden.

00:44:12: Dass es möglich ist zeigen zum Beispiel die Niederlande und Dänemark.

00:44:16: Dort wird beim Umgang mit PFAS in anderen Schadstoffen in vielen Bereichen konsequenter vorgegangen als in Ländern wie Deutschland.

00:44:30: Die Belastung des Fehlsteils ist seit Jahren bekannt, vermutlich zwar nicht für alle Badegäste aber zumindest den Behörden und damit auch dem Betreibern der Strandbarz.

00:44:40: Wir haben sowohl das zuständige Landratsamt als auch dem betreiber der Badestelle um eine Stellungnahme zu den Ergebnissen unserer Probe gebeten.

00:44:49: Beide Seiten berufen sich darauf, dass die gemessenen PFAS-Werte unter den vom Umweltbundesamt empfohlenen Richtwerten liegen.

00:44:57: Daher sei mit keinem gesundheitlichen Risiko zu rechnen – so die Antwort!

00:45:03: Wir haben dazu auch das Sächsische Gesundheitsministerium gefragt.

00:45:06: Aus ihrer Sicht gibt es eigentlich nur eine Lösung.

00:45:10: Die giftigen Abfälle aus der Papierindustrie müssten beseitigt werden….

00:45:14: Denn sie gelten auch als Ursache für die Schadstoffe, die immer wieder im Wasser des Füllsteichs nachgewiesen werden.

00:45:20: Die Sanierung der Altlast soll rund zwölf Millionen Euro kosten.

00:45:25: Wolfram Günther sagt ins ehemalige Umweltminister sagte dazu bitte keine Panikmacher – aber wegschauen sei ja auch keine Lösung!

00:45:33: Seiner Ansicht nach sind die Behörden überfordert und die Landkreise hätten nicht die Ressourcen um diese Probleme angemessen anzugehen.

00:45:41: Deshalb würden Sie das Thema vor sich her

00:45:43: schieben.".

00:45:44: weil vom Günther fordert, die Verantwortlichen vor Ort nicht allein zu lassen.

00:45:49: Währenddessen haben die Sommer- und Semesterferien in weiten Teilen Europas begonnen – und die Temperaturen klettern weiter.

00:45:57: Nicht nur die Freibäder sind voll!

00:45:59: Auch die Badesstellen in der Natur.

00:46:13: LENS EU, ein Blick auf das als Europas Gemeinschaft bewegt ist eine Zusammenarbeit von Medienhäusern und Institution aus ganz Europa.

00:46:22: Das gemeinsame Projekt wird von Europäischen Union co-finanziert.

00:46:26: Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autoren, und spiegeln nicht notwendigerweise die der Europäischen.

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