LensEU #1: Wohnungsnot in Europa: Wie kauft man heute noch eine Wohnung?
Shownotes
Jeden Dienstag bringen wir Stimmen aus ganz Europa zusammen, um die Themen zu beleuchten, die die Europäische Union bewegen.
Dieser Podcast entstand im Original auf Englisch, das ist die deutsche Fassung, die mit Eleven Labs generiert wurde. Gastgeberin dieser Folge ist Agata Kołodziej. Zu Wort kommen Lilith Grull (Correctiv, Deutschland) und Artūrs Guds (TVNET, Lettland) und Irena Frlan Gašparović Telegram (Kroatien)
Das ist Folge 1 von LensEU und es geht um das Thema Wohnen: Während in Deutschland Pflegekräfte oft keine bezahlbaren Unterkünfte mehr finden, kämpft Lettland mit maroder Bausubstanz und Kroatien mit extremem Leerstand bei gleichzeitigem Preisdruck durch den Tourismus. Die Europäische Kommission reagiert auf diese Entwicklung mit einem Plan für bezahlbaren Wohnraum, da die prekäre Lage zunehmend den sozialen Zusammenhalt gefährdet. Experten warnen zudem davor, dass der Mangel an sicherem Wohnraum eine Perspektivlosigkeit schafft, die den Aufstieg radikaler politischer Kräfte begünstigt. Letztlich wird deutlich, dass die Problematik weit über den Immobilienmarkt hinausgeht und zu einer zentralen Herausforderung für die europäische Demokratie geworden ist.
Was ist lensEU? Acht Medienpartner aus der Europäischen Union produzieren ab sofort jede Woche einen Podcast und einen Newsletter in fünf Sprachen. Die Medien kommen aus Deutschland, Frankreich, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Polen und Österreich.
Die Partnermedien sind: LensEU wird von OKO.press aus Polen koordiniert. Weitere Partner sind Die Presse aus Österreich, CORRECTIV aus Deutschland, Telegram.hr aus Kroatien und TVNET aus Lettland. Unterstützt wird das Projekt von der internationalen Nachrichtenagentur AFP aus Frankreich, ENEX aus Luxemburg und Mainspring aus Österreich.
Unterstützt wird das Projekt von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Multimedia Actions. Alle Folgen abrufbar sind auch hier auf The Audio Marketplace.
Alle Quellen und Links für diese Folge findet ihr hier.
Das vollständige Transkript dieser Folge auf Deutsch findet ihr hier.
Transkript anzeigen
00:00:00: Mein Name ist Agata Kovodin, ich bin Reporterin für OKO.Press ein polnisches Medium und das ist der LENS EU Podcast!
00:00:09: LENS – Ein lokalisierter europäischer Nachrichtendienst ist ein Konsortium aus neun Organisationen die in den Medien aktiv sind und direkt einen Publikum in sechs Ländern ansprechen.
00:00:20: Wir sprechen über unsere gemeinsame europäische Gegenwart und Zukunft, was uns zufrieden stellt.
00:00:26: Was uns Sorgen bereitet wie die Länder der Europäischen Union, die heutigen Probleme angehen wollen und wie sie unsere gemeinsamen Zukunft planen.
00:00:35: Ich lade Sie zur ersten Folge des Lens EU-Podcasts mit dem Titel Zooming in Onward Drives Europe's Community ein!
00:00:44: Wir warten auf den ersten Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union zum Thema Wohnen, die im Jahr ist.
00:00:53: Warum?
00:00:54: Millionen Europäer haben Schwierigkeiten ein leistbares Zuhause zu finden!
00:01:04: Laut Daten der Europäischen Kommission geben zweiundachtzig Millionen europäer, also jeder fünfte mehr als vierzig Prozent ihres monatlichen Einkommens für Wohnraum aus.
00:01:16: Deutlich mehr als die empfohlenen dreißig Prozent!
00:01:20: Die Wohnungskrise behindert die berufliche Mobilität den Zugang zu Bildung und die Familiengründung.
00:01:27: Sie untergräbt zudem die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, der Europäischen Union und unseren sozialen Zusammenhalt.
00:01:34: Das sind allgemeine Schlagworte!
00:01:36: Wie funktioniert das in der Praxis?
00:01:38: Korrektiv Europa hat eine faszinierende Analyse erstellt – es ist ein internationales Netzwerk unabhängiger Nachrichtenredaktionen und lokaler Journalisten aus über fünfunddreißig Ländern.
00:01:51: Geben wir Lilith Grulhelder's Wort einer internationalen Reporterin von Korreektiv Europa aus Deutschland.
00:01:57: Zu Beginn dieses Jahres sind wir bei Corrective Europe einer Vermutung nachgegangen, die zunächst fast unglaubwürdig klingt.
00:02:04: Kann es sein dass sich Pflegekräfte in Europa das Leben an ihren Arbeitsorten nicht mehr leisten können?
00:02:11: was wir herausfanden war zu tiefst Besorgniserregend?
00:02:15: Tatsächlich bestätigte sich die Vermutungen für viele Orte und wenn wir uns Polen ansehen haben es Pflege Kräfte in Großstädten wie Warschau besonders schwer.
00:02:27: Dort würde die monatliche Hypothekenrate mehr als siebzig Prozent ihres durchschnittlichen Nettogehalts kosten.
00:02:33: Um zu diesem Schluss zu kommen, haben wir Miet- und Immobilienpreise mit den Gehältern von Pflegekräften in verschiedenen Ländern und Regionen Europas verglichen.
00:02:42: Für diese Recherche haben wir zwei Datenanalysen durchgeführt – sie war enorm!
00:02:47: Der erste Schritt bestand also darin, die Daten des Projekts Espen's House for All genau zu analysieren.
00:02:53: Von März-Zweitausendvierundzwanzig bis März zweitausendsfünfundzwanzig werteten sie wöchentlich Online Anzeigen für Miet und Kaufobjekte in ganz Europa aus.
00:03:04: Daher konnten wir die Situation in fast einhunderttausend Gemeinden und Städten in der Europäischen Union sowie in Norwegen, Islanden und der Schweiz untersuchen.
00:03:16: Es ist wichtig anzumerken, dass die Mietdaten nur privat online inserierte Wohnungen enthalten.
00:03:22: Sie decken daher keine Bereiche wie Sozialwohnung oder gemeinnützige Vermietungen ab – wobei jedoch einige möblierte Wohnung enthalten sein können.
00:03:32: Daher spiegeln die Daten nicht den gesamten Wohnungsmarkt wieder und zeigen aber womit Menschen bei der Online-Suche nach einem neuen Zuhause ohne persönliche Kontakte oder Wartelisten rechnen müssen.
00:03:44: Das Gleiche gilt für die Verkaufsdaten, die nur online inserierte Immobilien umfassen.
00:03:51: Wir haben sowohl Mieten als auch Immobilientpreise betrachtet – da die meisten Menschen in Europa in ihrem eigenen Zuhause leben.
00:03:57: Im zweiten Schritt haben wir die allgemeine Bezahlbarkeit von Wohnraum in Europa mit dem Einkommen von Pflegekräften kombiniert.
00:04:04: Dafür haben wir Daten zu den Gehältern von Pflegekräften gesammelt, indem wir jedes nationale Statistikamt nach den nationalen oder regionalen Durchschnittswerten gefragt
00:04:13: haben.".
00:04:14: Am Ende konnten wir die Frage beantworten, können sich Pflegekräfte in Europa noch leisten dort zu wohnen wo sie arbeiten?
00:04:21: In mehr als fünfzehn Prozent der Städte und Gemeinden in der Europäischen Union sowie in Norwegen, Island und der Schweiz verdienen Pflegekäfte schlicht nicht genug um sich eine kleine Wohnung von forty-fünf Quadratmetern leisten zu können egal ob zur Miete oder zum Kauf.
00:04:38: Oder anders gesagt, zwischen März-Zw.A.
00:04:42: und
00:04:42: März.-Zw.,
00:04:44: stellten wir fest, dass jede siebte Gemeinde in Europa für Pflegekräfte unbezahlbar war – und in mehr als einem Drittel der europäischen Gemeinden war selbst der Kauf einer kleinen Wohnung unerreichbar!
00:04:58: Man könnte sich fragen, warum wir dafür die Berufsgruppe der Pflegekräfte gewählt haben.
00:05:02: Sie sind ein Beispiel für eine Berufsruppe mit einem Durchschnittsgehalt in Europa.
00:05:07: Zudem sind sie ausgebildete Fachkräfte, deren Arbeit jede Gesellschaft braucht wie uns die Corona-Pandemie in Erinnerung gerufen hat.
00:05:15: Aber ehrlich gesagt, wenn sich Selbstpflegekräfte keinen Wohnraum mehr in der Region leisten können, in der sie arbeiten – dann passiert etwas viel größeres.
00:05:22: Experten mit denen wir sprachen warnen dass die Unbezahlbarkeit von Wohnraum eine Perspektivlosigkeit für heutige und künftige Generationen schafft.
00:05:32: Franziska Sölker vom Projekt Haus Für alle nennt das Beispiel des Menschen wichtige Lebensentscheidungen aufschieben wie etwa eine Familie zu gründen mit dem Partner zusammenzuziehen oder einen Job in einer anderen Stadt anzunehmen.
00:05:44: Franziska Sölker und andere Experten beobachten, dass Wohnkosten auch zu einem wirtschaftlichen Problem werden.
00:05:51: Sie warnen das junge Fachkräfte es sich nicht mehr leisten können in Großstädten zu leben was es für Unternehmen schwieriger macht Arbeitskräfte zu finden.
00:05:59: Wir korrektiv sind ein deutsches Medium also haben wir uns die Lage hier natürlich genauer angesehen.
00:06:06: In sieben der zehn größten Städte Deutschlands galten die Mieten für Pflegekräfte als unbezahlbar.
00:06:13: Das Problem ist besonders in Süddeutschland und rund um die Ballungszentren gravierend, wo Krankenhäuser bereits Schwierigkeiten haben, Personal zu finden.
00:06:23: Deshalb haben wir uns unter anderem auf Freiburg konzentriert – Wir haben mit Andreas Bernhard gesprochen!
00:06:29: Er ist Pflegedirektor bei den AT-Med-Kliniken.
00:06:32: Er sagt, dass Krankenhäuser in Freiburg dringend Pflegekräfte brauchen – aber viele Bewerber finden in der Nähe keinen bezahlbaren
00:06:40: Wohnraum.".
00:06:41: Er hatte gerade folgenden Fall an seinem ersten Arbeitstag in einer Klinik von Andreas Bernhardt erschien eine neu eingestellte Pflegekraft mit einem Koffer nicht weil er nach der Arbeit in den Urlaub wollte sondern weil er keine Bleibe hatte.
00:06:57: Obwohl er eine Vollzeitstelle und damit einen wertvollen Vertrag hatte, fand der Pfleger keine bezahlbare Wohnung in der Nähe seines neuen Arbeitsplatzes.
00:07:06: Das Krankenhaus brachte ihn schließlich vorübergehend in einem Hotel unter bis eine andere Wohnung frei wurde.
00:07:12: Zunächst klang diese Geschichte wie ein Einzelfall doch während unserer Recherchen stellten wir fest dass dies bei Weitem kein Einzelfal war.
00:07:20: Einige Krankenhäuser in Deutschland mieten inzwischen Selbstwohnungen, um Mitarbeiter zu gewinnen wie die AT-Mitklinik bei der Andreas Bernhardt angestellt ist.
00:07:29: Sie haben sogar einen eigenen Immobilienmarkler eingestellt, um das Problem anzugehen.
00:07:33: aber auch andere Gesundheitseinrichtungen in Freiburg haben zu kämpfen.
00:07:42: Das zeigt, dass die Wohnungsnot längst kein reines Wohnproblem mehr ist.
00:07:47: Sie wird zum Gesundheits-, Wirtschafts- und Sozialproblem.
00:07:52: Dies zeigt, das die Wohnungskrise längst keine reine Wohnprobleme mehr ist – sie wird zu einem Gesundheits-, wirtschafts- oder sozial Problem.
00:08:00: Wenn sich Beschäftigte das Wohnen nahe ihrer Arbeit nicht leisten können, verlieren Krankenhäuser personal öffentliche Dienste schwächeln und Gemeinschaften sind schwerer aufrechtzuerhalten.
00:08:12: Warum ist Wohnraum in ganz Europa also so teuer geworden?
00:08:16: Ein Hauptgrund ist, dass Bauland begrenzt ist.
00:08:19: Während die Nachfrage stetig steigt – besonders in Städten.
00:08:22: Immer mehr Investoren kaufen Immobilien Es werden nicht genug neue Wohnungen gebaut und kurzfristige Ferienvermietung treiben die Preise weiter in die Höhe.
00:08:32: Niedrige Zinsen in den letzten Jahren und die Zunahme von ein Personenhaushalten haben ebenfalls eine Rolle gespielt.
00:08:40: Die Lage ist so dringlich, dass sie im Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission diskutiert wird.
00:08:46: Der EU-Wohnungskommissar Dan Jorgensen warnte sogar das die Demokratie selbst gefährdet sein könnte wenn die Menschen in Europa kein stabiles Zuhause mehr haben.
00:08:57: Als Reaktion darauf hat die Europäische Kommission nun ihren ersten Plan für bezahlbaren Wohnraum vorgestellt, der Investition fördern und den Bau neuer Wohnungen erleichtern soll.
00:09:07: Ob sich dieser Plan für zahlbare Wohnraum auszahlt werden wir in den kommenden Jahren sehen!
00:09:12: Lillet erwähnte den Plan für bezahlbaren Wohnraum der Europäischen Kommission.
00:09:16: Die Kommission unterstreicht mehrere Probleme.
00:09:19: Erstens, seit Jahrzehntausenddreizehn sind die Immobilienpreise in der Europäischen Union um über sechzig Prozent gestiegen während die Durchschnittsmieten um etwa zwanzig Prozent zunahmen wobei die Mieten in städtischen Gebieten sogar noch stärker stiegen.
00:09:36: In Ländern wie Portugal, Litauen, Tschechien, Estland, Ungarn, Bulgarien und Polen sind die Immobilienpreise im letzten Jahrzehnt um zweihundert Prozent gestiegen.
00:09:50: Zweitens sind nur sechs oder sieben Prozent des Wohnungsbestands der Europäischen Union Sozialwohnungen.
00:09:58: Drittens – zwanzig Prozent der Wohnungen stehen leer.
00:10:02: Viertens Kurzzeitvermietungen sind zwischen zwei Tausend Achtzehn und Zweitausend Vierundzwanzig um dreieinundneunzig Prozent gestiegen.
00:10:11: Die Kommission schätzt, dass Europa jährlich mehr als zwei Millionen Wohnungen bauen muss, um den Bedarf zu decken – das sind sechshundertfünfzigtausend Wohnungen mehr als die heute gebaute.
00:10:22: Eins Komma Sechs Millionen.
00:10:25: Die Bereitstellung dieser zusätzlichen Wohnungen würde Investitionen von etwa einhundertdreiund fünfzig Milliarden Euro pro Jahr erfordern!
00:10:34: Vorgeschlagene Lösungen unterstützen Gebiete mit Wohnungsmangel im Rahmen des Gesetzes für bezahlbaren Wohnraum, das in dem Jahr ist.
00:10:44: Die Kommission wird nationale, regionale und lokale Behörden bei der Bewältigung der Probleme unterstützen – insbesondere im Zusammenhang mit Kurzzeitvermietungen.
00:10:55: Sie wird sich auch mit spekulativen Praktiken befassen und die EU-Länder bei der Förderung von Strukturreformen unterstützen um den am stärksten von der Krise betroffenen zu helfen.
00:11:06: Die Kommission beabsichtigt junge Menschen, Studierende und Auszubildende zu unterstützen.
00:11:11: Etwa durch ein Pilotprojekt für eine Bürgschaftsregelung um Mietkausionen zu senken oder abzuschaffen sowie systemrelevante Arbeitskräfte die nicht in den Gemeinden leben können in denen sie arbeiten.
00:11:22: Schnellere Genehmigungs- und Renovierungsverfahren Der Plan zielt darauf ab, Kosten durch den Abbau administrativer Hürden bei EU-Wohnungsbauregeln zu senken.
00:11:31: Investitionshilfen und einfachere Beihilfe regeln.
00:11:35: Der Plan wird Investitionen in sozialen und bezahlbaren Wohnraum fördern unter anderem durch eine neue paneuropäische Plattform für Wohnungsbauinvestitionen.
00:11:45: Es wird zudem die Beihilferegelungen vereinfachen, damit es den Ländern der Europäischen Union leichter fällt bezahlbaren Wohnraum zu fördern.
00:11:52: In Bezug auf die Daten der europäischen Kommission zu steigenden Immobilienpreisen werde ich einige Daten aus polnischer Sicht ergänzen.
00:12:00: Das mag etwas kontrovers oder zumindest überraschend sein.
00:12:04: Ich habe geprüft ob Wohnraum in Polen in den letzten Jahren wirklich so teuer und unerschwinglich geworden ist.
00:12:11: Denn was bedeutet teuer überhaupt?
00:12:14: Der Preis ist hoch, wenn die Löhne der Arbeitnehmer zu niedrig sind.
00:12:18: Zwischen two-tausend sechs und Ende zwei tausend vierundzwanzig stieg der Durchschnittspreis pro Quadratmeter in den sieben größten Städten Polens um onehundertfünfundvierzig Prozent während die Gehälter in dieser Zeit um zweihundertsechs Prozent stiegen.
00:12:37: Wichtig ist, dass ich nicht das Durchschnittsgehalt im Unternehmensektor analysiere.
00:12:41: Da dies nur Angestellte von Firmen mit mindestens zehn Mitarbeitern umfasst – sondern das Durchsschnittsgehalt der gesamten Volkswirtschaft!
00:12:49: Da dies auch die Einkommen von angestellten kleineren Firmen und des gesamten öffentlichen Sektors widerspiegelt.
00:12:56: Ich habe dasselbe für Warschau genommen da die Hauptstadt mehr Wohnungsanleger und Spekulanten anzieht als andere Städte.
00:13:05: Es stellt sich heraus, dass die durchschnittlichen Wohnungstransaktionspreise in Warschau zwischen dem Jahr und dem Jahr im Jahr ist um einhundertundzwanzig Prozent gestiegen sind während das Durchschnittsgehalt in der Volkswirtschaft um zweihundertsechs Prozent zunahm.
00:13:21: Und wieder einmal scheint es, dass sich unsere Erschwinglichkeit für eine Wohnung seit Jahrzehntausendsechs deutlich verbessert und nicht verschlechtert hat.
00:13:31: Ich habe auch die Stadt Kielce analysiert – einen nicht allzu grossen Stadt mit weniger als zweihunderttausend Einwohnern, die zudem eine starke Abwanderung erlebt!
00:13:42: Ich war überrascht, dass der Anstieg der Wohnungspreise in Kielze seit two-tausend sechs deutlich höher war als in Großstädten.
00:13:52: Aber er hat den Lohnanstieg immer noch nicht eingeholt!
00:13:57: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für eine Wohnung stiegt dort von zwei tausend sechs bis zweitausend vierundzwanzig um zwei hunderteins Prozent und die Löhne um zweihundertsechs Prozent.
00:14:10: Warum erzähle ich Ihnen das alles?
00:14:13: Die Financial Times schrieb kürzlich, dass soziale Medien die Reaktionen auf Trends wie Wohnungsnot verstärken und festigen könnten.
00:14:23: Dadurch wirken jahrzehntelange Prozesse wie plötzliche Wellen, wirtschaftliche Sorgen werden verstärkt und ein anhaltendes Gefühl der Unsicherheit entsteht.
00:14:36: Vielleicht hat Europa also gar kein Problem mit den Immobilienpreisen.
00:14:40: Vielleicht ist das Hauptproblem die Mietlücke?
00:14:43: Nicht jeder muss im Laufe seines Lebens ein Haus oder eine Wohnung kaufen, aber viele können sich auch keine kommerziellen Mieten leisten!
00:14:52: Daher ist der Mangel an Sozialwohnungen ein zentrales Problem.
00:14:57: Wie groß Schätzungen zeigen, dass thirty-fünf Prozent der Haushalte in Polen in der Mietlücke stecken.
00:15:04: Was bedeutet das sie sich weder den Kauf noch die Miete einer Wohnung oder eines Hauses leisten können?
00:15:10: Aber das sind nur Schätzung und nur für Polen!
00:15:14: Hören wir uns an wie andere europäische Länder Wohnungsprobleme definieren.
00:15:19: Hallo, mein Name ist Arthur Scoots und ich bin Journalist bei der E-Net Group in Lettland.
00:15:24: Ja – In ganz Europa ist bezahlbarer Wohnraum zu einer der größten sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen geworden.
00:15:31: doch die Art der Krise unterscheidet sich von Land zu Land.
00:15:35: Wie ich im Polen bemerkt habe, konzentriert sich die Debatte stark auf steigende Immobilienpreise und die Frage ob das Lohnwachstum damit Schritt gehalten hat.
00:15:42: In Lettland ist die Herausforderung eher struktureller Natur.
00:15:45: Laut den lättischen Leitlinien zur Bezahlbarkeit von Wohnraum für die Jahre twenty-three bis zwei tausend siebenundzwanzig liegt das Problem nicht nur bei dem Preisen sondern auch beim allgemeinen Zustand der Qualität und der Verfügbarkeit vom Wohnraum.
00:15:59: Wie Sie vielleicht wissen, wurde ein Großteil des lättischen Wohnungsbestands in der Sowjetzeit errichtet und altert nun rapide.
00:16:05: Viele Wohnhäuser sind energetisch ineffizient und in schlechtem technischen Zustand während die Haushaltseinkommen unter dem Durchschnitt der Europäischen Union liegen.
00:16:14: Infolgedessen haben viele Menschen Schwierigkeiten sich modernen Wohnraum zu leisten oder in Renovierungen zu investieren.
00:16:21: Einer der deutlichsten Indikatoren ist die Überbelegung.
00:16:24: Lettland hat eine der höchsten Überbelebungsraten in der Europäischen Union, wobei fast dreißig Prozent der Menschen in überfüllten Wohnungen leben.
00:16:33: Wir stehen zudem vor einem ernsten Mangel an bezahlbarem Mietwohnraum besonders außerhalb von Riga.
00:16:40: In vielen regionalen Städten gibt es nur sehr wenige moderne Mietwonungen.
00:16:44: Dies beeinträchtigt die Arbeitsmobilität und natürlich auch die Regionale Entwicklung, da Menschen nicht einfach für Arbeitsmöglichkeiten umziehen können.
00:16:54: Ein weiteres wichtiges Thema ist das was unsere Politiker als die fehlende Mitte bezeichnen – Haushalte, die zu viel verdienen, um Sozialhilfe zu erhalten aber zu wenig, um sich unter Marktbedingungen hochwertigen Wohnraum leisten zu können.
00:17:09: Besonders junge Familien sind betroffen.
00:17:11: Der Erwerb eines ersten Eigenheims ist oft schwierig, da bankenstränge Kreditvorgaben anwenden – besonders in Regionen, in denen Finanzinstitute bei der Vergabe von Hypotheken vorsichtiger sind.
00:17:23: Gleichzeitig kämpfen viele ältere Bewohner mit Heizkosten in schlecht isolierten Gebäuden.
00:17:30: Sozial- und Gemeindewohnungen machen weniger als zwei Prozent des gesamten Wohnungsbestands in Lettland aus, und die Wartelisten für Gemeindewohnungen bleiben lang.
00:17:42: Unsere Regierungspläne sehen vor den Wohnungs Bestand jährlich um etwa Zehntausendeinheiten zu erhöhen, um das veraltete Wohnungsangebot des Landes zu erneuern Doch leider liegen die aktuellen Werte weit unter diesem Ziel.
00:17:55: Deshalb konzentrieren sich Lädlerns Richtlinien zur Wohnraumbezahlbarkeit auf drei Hauptprioritäten.
00:18:02: Erstens, die Renovierung und Verbesserung der Energieeffizienz bestehender Wohnungen – insbesondere der von mir erwähnten Wohnblöcke aus der Sowjetzeit.
00:18:12: Zweitens... das Angebot an bezahlbare Mietwohnraum zu erhöhen, besonders in den Regionen.
00:18:18: und schließlich bürokratische Hürden abzubauen und mehr langfristige Investitionen in den Wohnungsbau zu gewinnen.
00:18:26: Abschließend möchte ich sagen dass Wohnraum auf europäischer Ebene zunehmend nicht nur als soziales Thema sondern auch als wirtschaftliche und demografische Herausforderung gesehen wird Und Lettland ist ein wirklich gutes Beispiel für diese breitere europäische Realität, in der es bei der Krise nicht mehr nur um steigende Preise geht sondern auch um alternde Wohnungsbestände, regionale Ungleichheit und die langfristige Fähigkeit der Menschen sich ein stabiles Leben im eigenen Land aufzubauen.
00:18:54: Hallo Leute, mein Name ist Irena von Angasparovic.
00:18:57: Ich bin Journalistin beim Kroatischen Medienhaus Telegramm.
00:19:00: Ich freue mich sehr dass wir heute über Wohnraum sprechen denn er ist hier in Kroatien tatsächlich zu einem der wichtigsten politischen Themen geworden und manche würden sagen endlich!
00:19:09: Wir stecken schon seit geraumer Zeit in dieser schwierigen Lage aber es scheint als hätte die Regierung gehofft das der Markt es richten würde.
00:19:16: Nun, wissen Sie was?
00:19:18: Das hat er nicht.
00:19:19: Also versuchen sie jetzt hastig Lösungen zu finden.
00:19:21: aber zunächst um ihnen ein kurzes Bild zu vermitteln wenn man sich die Statistiken ansieht könnte man meinen okay das ist gar nicht so schlimm.
00:19:28: zum Beispiel sagt nur einen kleiner Prozentsatz der Bevölkerung dass sie durch Wohnkosten überlastet sind.
00:19:33: es sieht sogar so aus als stünden wir besser da als viele andere in der europäischen Union.
00:19:38: Dafür gibt es mehrere Gründe.
00:19:39: Zum Beispiel sind unsere Nebenkosten immer noch niedriger, viele Menschen besitzen ihre Wohnung oder ihr Haus und es gibt einen riesigen Unterschied zwischen den verschiedenen Teilen des Landes.
00:19:50: doch gleichzeitig verlassen junge Menschen in Quazien ihr Elternhaus im Durchschnitt erst mit einunddreißig Komma drei Jahren.
00:19:57: ja sie haben richtig gehört und das ist der höchste Durchschnitt in der gesamten europäischen Union.
00:20:02: Warum glauben Sie woran das liegt?
00:20:04: Außerdem gehören wir seit einigen Jahren zu den EU-Mitgliedstaaten mit dem stärksten Anstieg der Immobilienpreise.
00:20:09: Wie ich bereits erwähnte, hängt die Erschwinglichkeit eines Eigenheims stark vom Wohnort ab.
00:20:14: In einigen Kleinstädten in Slavonien – dem östlichen Teil Kroatiens kann man ein Haus für denselben Preis kaufen, den man für weniger als zehn Quadratmeter in Zagreb zahlen würde!
00:20:24: Laut
00:20:25: Untersuchungen des Wirtschaftsinstituts konnte man für den Betrag eines durchschnittlichen Jahreseinkommens im Jahr Meine Kollegen heben meist ein paar Schlüsselfaktoren hervor.
00:20:46: Erstens natürlich den Tourismus, wie in jedem anderen Mittelmeerland wie Spanien oder Italien und dann die Inflation, die in Kroatien sehr hoch war – immer noch ist!
00:20:55: Wer es sich leisten kann, kauft Wohnungen in Städten wie Zagreb oder an der Küste um Ersparnisse vor der Inflation zu schützen als Investition oder um Einkünfte durch Tourismus zu erzielen.
00:21:07: Sie wissen was das für die Preise bedeutet?
00:21:09: Oder wir haben also kein Problem mit einem
00:21:11: Mangel an
00:21:12: Wohnungen.
00:21:12: Es wird geschätzt dass fast sixhunderttausend Wohnungen tatsächlich leer stehen.
00:21:17: Wir haben
00:21:18: ein Problem mit dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum, besonders in Großstädten und Küstenorten.
00:21:23: Und das ist noch problematischer wenn man weiß dass der Mietmarkt ein wilder Westen ist.
00:21:28: Mieter haben keinerlei Garantien bezüglich der Miedpreise oder wie lange sie in der Wohnung bleiben können.
00:21:35: Was unternimmt also unsere Regierung?
00:21:37: Wie gesagt, das ist endlich zu einem dringenden politischen Thema geworden.
00:21:40: Also versuchen Sie Lösungen zu finden!
00:21:43: Zum Beispiel eine Immobiliensteuer, eine Mehrwertsteuerrückerstattung für neue Wohnungen oder die staatlich verwaltete Vermietung leer stehender Wohnungen.
00:21:51: Doch
00:21:51: vorerst haben all diese Maßnahmen nur sehr begrenzte Auswirkungen.
00:21:55: Was eine Lösung der Europäischen Union betrifft, so ist klar dass es auf Ebene der EU keine Einheitslösung geben kann.
00:22:01: Dennoch hoffen die lokalen Behörden hier in Kroatien das zumindest einige Mittel der EU zur Co-Finanzierung des Baus von bezahlbarem Wohnraum zur Verfügung stehen werden.
00:22:10: Die Frage ist natürlich ob das ausreicht und ob es früh genug kommt.
00:22:15: Es ist Zeit für ein Fazit.
00:22:18: Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission erklärte letztes Jahr auf einer Pressekonferenz in Straßburg dass die Lösung des Problems der bezahlbaren Wohnungen auf europäischer Ebene eine Frage des Schutzes der Bürger und unserer Werte sei.
00:22:33: Wie kann Europa wettbewerbsfähig sein wenn Menschen die Vollzeit arbeiten nicht für sich selbst sorgen können?
00:22:39: sagte sie.
00:22:40: Wird die Europäische Union ihre Bürger schützen oder wird sie jahrelang an diesem Problem festhalten, bis es sich durch die Alterung und das Aussterben westlicher Gesellschaften aufgrund der Demografie von selbst löst?
00:22:54: Das werden wir wahrscheinlich in den kommenden Monaten erfahren.
00:22:57: Doch letztlich ist es wichtig zu betonen dass das Ziel der europäischen Kommission tiefer geht – und dass plötzlich Interesse am Wohnungsbau eine versteckte Agenda haben könnte!
00:23:07: Es ist ein Weg, der Radikalisierung der Gesellschaft entgegenzuwirken und die extreme Rechte zu entwaffnen.
00:23:15: Ja, systemkritische Parteien am rechten Rand des politischen Spektrums nutzen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum als Waffe.
00:23:24: Ihre Lösungen für die Wohnungskrise sind meist in einwanderungsfeindliche Rhetorik gehüllt.
00:23:31: Kurz gesagt Wohnraum für die einheimische Bevölkerung nicht für Fremde.
00:23:37: Deshalb kam Gerd Wilders in den Niederlanden im Jahr two-tausenddreiundzwanzig an Die Macht.
00:23:45: In Portugal wurde die Partei Chega, die faschistische Werte vertritt zur stärksten Oppositionskraft maßgeblich befeuert durch ihre Kritik an der Unfähigkeit des Staates das Problem steigender Immobilienpreise anzugehen.
00:24:00: Die Universität Oxford führte Untersuchungen durch die zeigen, dass steigende Mietpreise zu einem Anstieg der Unterstützung für die Alternative für Deutschland in Städten und Ballungsgebieten in Deutschland führten.
00:24:12: Die Vereinten Nation haben bereits gewarnt, das die Wohnungskrise ein zentrales soziales Problem des XXI.
00:24:20: Jahrhunderts ist – das nicht nur Geringverdiener, Migranten- und alleinerziehende Mütter betrifft sondern auch die Mittelschicht!
00:24:29: Kathrin Fleisch von der Universität in Florenz glaubt, dass die sinkende Bezahlbarkeit vom Wohnraum perfekt mit der Agenda der extremen Rechten harmoniert.
00:24:39: Sie sagte der britischen Zeitung The Guardian es ist leicht ein Narrativ von Elite gegen das Volk aufzubauen.
00:24:48: Es ist leicht zu behaupten, dass Migrantinnen besser behandelt werden als einheimische Bürger.
00:24:54: Daher bedeutet die Lösung des Wohnungsproblems in Europa auch, die Stimmen der radikalen Rechten zu schwächen.
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